{"id":4925,"date":"2015-05-21T10:47:45","date_gmt":"2015-05-21T10:47:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dhhn.de\/?p=4925"},"modified":"2015-05-21T11:29:53","modified_gmt":"2015-05-21T11:29:53","slug":"hilfstransport-nach-minsk-mai-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dhhn.de\/en\/hilfstransport-nach-minsk-mai-2015\/","title":{"rendered":"Hilfstransport nach Minsk Mai 2015"},"content":{"rendered":"<section  class='av_textblock_section av-av_textblock-0366cc7376be6c9e82a3e9cc8987b64f '   itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div class='avia_textblock'  itemprop=\"text\" ><p>Bei gutem Wetter machte ich mich auf die lange Reise nach Minsk in Wei\u00dfrussland. Durch Deutschland war es ein gutes Fahren, bis vor mir ein Passat pl\u00f6tzlich hin und her \u00fcber die Autobahn schleudert. Aber der Fahrer konnte sein Auto gut auffangen und als ich dann bei ihm auf der Standspur anhielt war bei ihm alles in Ordnung. Das ist schon immer ein Schreck, und ich bin so froh dass Gott mich immer bewahrt.<\/p>\n<p>Quer durch Polen gings dann, viel auf Landstra\u00dfen, um die teure Autobahnmaut zu sparen, an die Grenze von Polen nach Belarus bei Brest (Koroszczyn). Und oh Freude, es waren nur 5 Lkw im R\u00fcckstau vor der Waage, so dass ich bald dran kam. Das war um 15:00 Uhr. Und zehn Stunden sp\u00e4ter, um Nachts um 1 Uhr, war ich auf der anderen Seite der Grenze fertig und konnte nach Wei\u00dfrussland einreisen. Was macht man 10 Stunden an einer Grenze? Ich bin immer st\u00e4ndig angespannt, habe keine Ruhe ein Buch oder so zu lesen. Denn man wei\u00df ja nie, was f\u00fcr Probleme einen erwarten. Aber hier ganz kurz ein Einblick in 10 Stunden an der Grenze:<\/p>\n<p>15:00 bis 15:15\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Polnische Seite: Lkw wiegen, Passkontrolle und Lkw auf dem Zollhof parken<\/p>\n<p>15:15 bis 15:45\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Polnische Seite: Ins Zollgeb\u00e4ude laufen, den richtigen Schalter suchen, fragen wer der letzte ist, dahinter anstehen, da es nur drei Mann waren, und Papiere abfertigen lassen.<\/p>\n<p>15:45 bis 16:00\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Polnische Seite: Zur\u00fcck zum Lkw, vor dem Ausfuhrposten in der Lkw Schlange warten, dort Magnetkarte abgeben als ich dran kam.<\/p>\n<p>16:00 bis 16:15\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Polnische Seite: Fahrt durchs Niemandsland zum letzten polnischen Posten, hier an der langen Lkw-Schlange vorbei, direkt vor mir wurde eine Spur frei. Nochmals Passkontrolle und Kontrolle des Fahrzeugscheins.<\/p>\n<p>16:15 bis 17:35\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 In der Lkw Schlange \u00fcber den Grenzfluss, die Bug, alle 10 bis 20 Minuten etwas vorfahren.<\/p>\n<p>17:35 bis 19:45\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Belarussische Seite: In der Lkw-Kontroll-Halle erst Kabinenkontrolle, dann Passkontrolle, dann Kabinenkontrolle von jemand anderen, dann Plomben-Kontrolle, dann noch Kontrolle der Papiere und Eingabe im PC. Dann Lkw auf gro\u00dfem Parkplatz abstellen.<\/p>\n<p>19:45 bis 22:15\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Belarussische Seite: Im Zollgeb\u00e4ude zuerst zur Spedition\/Broker, hier prophylaktisch eine Nummer per Computer gezogen, wann ich drankomme. (Nur f\u00fcr den Fall, dass ich nicht bevorzugt abgefertigt werde). Dann zum Zollchef. Anstehen, von ihm werde ich wieder zum Broker geschickt. Eine Frau, die sogar deutsch spricht. Sie nimmt meine Papiere, und sagt, dass ich in einer Stunde wieder kommen soll. In der Zeit esse ich im Lkw zu Abend. Dann wieder zur Frau Broker, sie schickt mich noch zum Veterin\u00e4rdoktor, hier anstehen und Stempel holen, dann wieder zum Zollchef. Er teilt mich einer Z\u00f6llnerin zu, hier warten, bis ich dran komme. Als ich dran komme, sagt sie mir, ich solle eine halbe Stunde warten, bis sie fertig sei. Problem: Gewogenes Gewicht stimmt nicht mit dem Gewicht der Ladung plus dem Gewicht laut Fahrzeugschein des Lkw zusammen. Ich erkl\u00e4re, dass Container drauf sind. Ok, ich muss zur Rampe fahren.<\/p>\n<p>22:15 bis 23:15 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Belarussische Seite: Ich warte an der Rampe, bis ein anderer Z\u00f6llner rauskommt und die Container anschaut und fotografiert. Danach wieder Parken und zur\u00fcck ins Zollgeb\u00e4ude. Ich warte wieder vor \u201emeiner\u201c Z\u00f6llnerin, bis ich dran komme. Sie schickt mich zum Zollchef. Als ich bei ihm dran komm schickt er mich mit dem Lkw zum R\u00f6ntgen.<\/p>\n<p>23:15 bis 0:30\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Belarussische Seite: Warten in der Schlange vor dem R\u00f6ntgenger\u00e4t. Hier wird der ganze Lkw ger\u00f6ntgt und im Anschluss muss man Warten, bis es ausgewertet ist.<\/p>\n<p>0:30 bis 1:15\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Belarussische Seite: Wieder Lkw parken, zur\u00fcck zu meiner Z\u00f6llnerin und warten, bis die Papiere fertig sind. Dann kann ich die Grenze mit nochmals doppelter Kontrolle verlassen und \u00fcbernachte direkt nach der Grenze auf einem bewachten Parkplatz.<\/p>\n<p>Wie man sieht, sie strengen sich ganz sch\u00f6n an, dass es einem nicht langweilig wird! J<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen, es ist Sonntag, schlafe ich aus und mache mich dann auf die Fahrt bis Minsk. Recht gute Autobahn, mittags grill ich gem\u00fctlich\u2026<\/p>\n<p>Abends treffe ich mich dann an einer Tankstelle vor Minsk mit unseren Partnern, sie bringen mich zum Zollhof. Ich habe Gl\u00fcck, es ist wieder der ganz kleine Zoll, mein Lkw ist der einzige. Abends spaziere ich noch etwas durch die Stadt, teste das Riesenrad im Park. Insgesamt ist Wei\u00dfrussland ein sehr sauberer und nach au\u00dfen hin sch\u00f6ner Staat. Man merkt, wie hier regiert wird. Doch hinter der sch\u00f6nen Fassade ist so viel Not\u2026<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen ist der Zoll innerhalb einer Stunde erledigt und es geht quer durch Minsk zum Invalidenverein, wo wir dann den Lkw abladen. Ich fahre genau auf den Stra\u00dfen, wo am Tag zuvor die Paraden zur Erinnerung des Sieges \u00fcber Deutschland stattgefunden haben. \u00dcberall sind Fahnen und riesige Poster. Auch die Trib\u00fcnen stehen noch. Auf der Stra\u00dfe selber sind jede Mengen bunte Striche als Markierungen, wie die Soldaten marschieren mussten\u2026 Das ist schon ein komische Gef\u00fchl: Gestern haben sie hier mit Panzern und Soldaten an den Sieg \u00fcber Nazi-Deutschland gedacht, heute fahre ich als Deutscher mit einem Lkw mit Hilfsg\u00fctern \u00fcber die gleichen Stra\u00dfen.<\/p>\n<p>Beim Invalidenverein, die R\u00e4umlichkeiten sind ein einem Wohnblock, ist wieder alles zugeparkt. Nach einer Stunde kommt endlich Polizei und Abschleppwagen und r\u00e4umt die Autos zur Seite.<\/p>\n<p>Dann geht\u2019s ans Abladen. Flei\u00dfig packen die Jungs von der Drogenreha mit an und so leert sich der Lkw, und die R\u00e4umlichkeiten platzen aus allen N\u00e4hten. Die Dankbarkeit f\u00fcr die Hilfe ist gro\u00df. Einen Teil der Hilfsg\u00fcter verwendet der Invalidenverein f\u00fcr die Versorgung von armen und kranken Menschen, ein anderer Teil ist f\u00fcr die Drogenreha.<\/p>\n<p>Schon am sp\u00e4ten Nachmittag kann ich mich wieder auf die Heimreise machen. \u00dcber Litauen, denn da darf ich den Tank voll haben. Und das lohnt sich, kostet der Diesel hier doch nur 75 Cent.<\/p>\n<p>Doch die regul\u00e4re Grenze hat meist 10 bis 15 Kilometer Lkw-R\u00fcckstau, und so probiere ich eine kleine abgelegene Grenze. Und siehe da, es ist fast nichts los! Zwar schickt mich der Litauer zum Veterin\u00e4rdoktor, da ich leere Paletten dabei habe, aber der Umgangston ist freundlich und in zwei Stunden bin ich wieder in der EU.<\/p>\n<p>\u00dcber Litauen und Polen bin ich dann nach vier Tagen wieder wohlbehalten daheim angekommen.<\/p>\n<\/div><\/section>\n<a href='https:\/\/www.dhhn.de\/en\/2015-04-bilder-hilfstransport-ilawtse\/'  title=\"\"  class=\"avia-animated-number av-av_animated_numbers-b6d7f00ecee16fe163ef0aa5740a2cc9 av-force-default-color avia_animate_when_visible  avia-builder-el-1  el_after_av_textblock  avia-builder-el-last  \" data-timer=\"3000\"><strong class=\"heading avia-animated-number-title\"><span class=\"avia-single-number __av-single-number\" data-number_format=\"\" data-number=\"64\" data-start_from=\"0\">64<\/span><span class='avia-animated-number-icon av-icon-after-number av-icon-char avia-iconfont avia-font-entypo-fontello' data-av_icon='\ue80f' data-av_iconfont='entypo-fontello' ><\/span><\/strong><div class=\"avia-animated-number-content\"><p>Hier finden Sie weitere Fotos<\/p>\n<\/div><\/a>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei gutem Wetter machte ich mich auf die lange Reise nach Minsk in Wei\u00dfrussland. 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