{"id":636,"date":"2013-01-16T12:58:28","date_gmt":"2013-01-16T12:58:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dhhn.de\/?p=636"},"modified":"2013-01-16T13:38:29","modified_gmt":"2013-01-16T13:38:29","slug":"hilfseinsatz-in-der-ukraine-oder-improvisation-ist-alles","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dhhn.de\/en\/hilfseinsatz-in-der-ukraine-oder-improvisation-ist-alles\/","title":{"rendered":"Hilfseinsatz in der Ukraine, oder Improvisation ist alles!"},"content":{"rendered":"<p>Wie ging es weiter?<\/p>\n<p>Wir standen in der Ukraine und hatten Probleme mit dem Zoll. Dank einer neuen Regierung sind s\u00e4mtliche Hilfslieferungen nicht frei gegeben. Auch unser Lkw stand auf dem Zollhof\u2026<\/p>\n<p>Da ist improvisieren angesagt. Eigentlich wollten wir mit der Gruppe junger Pfadfinder (Royal Rangers ***Ride) aus Deutschland in verschiedenen Kinderheimen Geschenkpakete verteilen. Doch da diese im Lkw sind, und der Lkw nicht durch den Zoll kommt, fassen wir kurzfristig einen Plan B:<\/p>\n<p>Wir verbringen viel Zeit mit den Jungs im Jugendhaus, was denen sehr gut tut. Man merkt richtig, wie sie aufbl\u00fchen. \u00a0Anfangs war es noch schwierig, mit ihnen ein ganz normales Spiel zu machen. Doch schon nach ein oder zwei Tagen kamen die Jungs, um mit uns zu spielen. Der Hit war Uno mit ukrainischen Regeln. Ich wei\u00df nicht, wer von den Jungs kapiert hat, dass es darum geht, seine Karten los zu werden. Auf jeden Fall, Spa\u00df war reichlich vorhanden!<\/p>\n<p>Unser Einsatzteam hatte in Deutschland noch Geldspenden gesammelt. Und so sind wir nach Silvester auf den Markt gefahren, um Lebensmittel zu kaufen. Nicht nur ein paar, sondern z.B. 450kg Nudeln, Reis, \u00d6l, Margarine usw. Das alles haben wir ca. 100m zum Auto getragen und dann im Jugendhaus in Familienpakete gepackt.<\/p>\n<p>[singlepic id=170 w=600 h=370 float=]<em> &#8230;ein Teil der Familienpakete<\/em><\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten Tagen haben wir verschiedene Eins\u00e4tze gemacht: Zuerst in einem Zigeunerviertel. Hier war Stimmung. W\u00e4hrend ein Teil der Gruppe fr\u00f6hliche Lieder sangen und die Zigeuner, vor allem die Kinder, voll dabei waren, hat der Rest die Pakete verteilt. Genau nach Liste. Alles war perfekt vorbereitet, und so gab es keinen Streit und keiner f\u00fchlte sich ungerecht behandelt. Wir konnten in strahlende Gesichter sehen. Besonders die M\u00fctter freuten sich, hatten sie doch nun wieder f\u00fcr die n\u00e4chsten Wochen etwas zum Kochen.<\/p>\n<p>[singlepic id=171 w=600 h=370 float=]<em> &#8230;singen macht Spas und verbindet<\/em><\/p>\n<p>[singlepic id=174 w=600 h=370 float=]<em> &#8230;armseliges H\u00e4uschen<\/em><\/p>\n<p>[singlepic id=173 w=600 h=370 float=]<\/p>\n<p>Die Zust\u00e4nde, wie die Menschen dort leben, sind schrecklich. Die H\u00fctten, aus M\u00fcll und Holzresten zusammengebaut. Ein kleiner Raum mit Ofen, darin leben Familien mit 6 und mehr Kindern. Wasser gibt es nur an einem Wasserhahn mitten in der Siedlung. WC? Nicht vorhanden. Viele Menschen und Kinder leiden dort unter Tuberkulose. F\u00fcr uns alle war dieser Einsatz hart.<\/p>\n<p>N\u00e4chster Einsatz: Ein Bergdorf in den Karpaten. Hier leben fast nur noch alte Menschen. Zum Teil bekommen sie eine kleine Rente, zum Teil haben sie nur das, was sie im Garten anbauen. Auch hier konnten wir Lebensmittelpakete verteilen. Da sie Pakete sehr schwer waren, begleitete immer ein Pfadfinder eine Person nach Hause und trug das schwere Paket. Es war besch\u00e4mend, wie wir dann ein paar N\u00fcsse oder schrumpelige \u00c4pfel als Danksch\u00f6n bekamen.<\/p>\n<p>[singlepic id=182 w=600 h=370 float=]<em> &#8230;in den Karpaten<\/em><\/p>\n<p>[singlepic id=181 w=600 h=370 float=]<em> &#8230;unterwegs in \u00d6sterreich<\/em>.<\/p>\n<p>Ein weiterer Einsatz in einem Zigeunerviertel folgte. Die gleichen schlimmen Zust\u00e4nde wie im ersten Viertel.<\/p>\n<p>Dieser Hilfseinsatz hat bei uns allen die Sichtweise ver\u00e4ndert. Wir sind nun wieder so viel dankbarer f\u00fcr den Luxus, in dem wir hier in Deutschland leben. Das ist nicht selbstverst\u00e4ndlich! Keiner kann sich aussuchen, wo er geboren wird. Wir haben es gut getroffen. Doch lasst uns die Not leidenden Menschen nicht vergessen!<\/p>\n<p>[singlepic id=188 w=600 h=370 float=]<em> &#8230;helfen Sie uns helfen!<\/em><\/p>\n<p>Wie gings weiter mit dem Lkw?<\/p>\n<p>Am Donnerstag bekamen wir dann endlich vom Zoll das gr\u00fcne Licht, dass wir die Ladung im Lager beim Jugendhaus abladen d\u00fcrfen. (Dazu mussten viele Formulare ausgef\u00fcllt werden, neue Beleuchtung installiert usw.\u2026) Unter der strengen Aufsicht einer Z\u00f6llnerin konnten wir alles einlagern. Sie brachte eine Zollplombe am Tor an. Nun hei\u00dft es warten, bis endlich die Genehmigung da ist. Dann k\u00f6nnen die Hilfsg\u00fcter verteilt werden.<\/p>\n<p>Die R\u00fcckfahrt verlief gut. Das System an der Grenze Ukraine-Ungarn wird zwar immer undurchsichtiger, aber wir waren froh, als wir auch diese H\u00fcrde geschafft hatten. Auf schneefreien Stra\u00dfen kamen wir dann nach zwei Tagen Fahrt wieder zu Hause an.<\/p>\n<p>Obwohl alles ganz anders lief als geplant blicken wir doch auf einen tollen Einsatz, der uns alle ganz neu dankbar gemacht hat, zur\u00fcck. Lasst uns die Menschen in Not nicht vergessen!<\/p>\n<p>Schon n\u00e4chste Woche startet der n\u00e4chste Hilfstransport. Ziel ist unsere <a href=\"https:\/\/www.dhhn.de\/projekte\/moldawien-suppenkuchen\/\">Station in Moldawien<\/a>. Wir bringen Lebensmittel f\u00fcr die Suppenk\u00fcchen f\u00fcr Strassenkinder sowie warme Kleidung und Decken f\u00fcr den Winter.<\/p>\n<p>[aio_button align=&#8221;none&#8221; animation=&#8221;none&#8221; color=&#8221;gray&#8221; size=&#8221;small&#8221; icon=&#8221;camera&#8221; text=&#8221;weitere Bilder vom Einsatz&#8221; url=&#8221;https:\/\/www.dhhn.de\/blog\/bilder-vom-einsatz-in-der-ukraine\/&#8221;]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie ging es weiter? 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