{"id":676,"date":"2013-01-31T20:09:38","date_gmt":"2013-01-31T20:09:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dhhn.de\/?p=676"},"modified":"2013-01-31T20:10:53","modified_gmt":"2013-01-31T20:10:53","slug":"31-stunden-auf-dem-zollhof","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dhhn.de\/en\/31-stunden-auf-dem-zollhof\/","title":{"rendered":"31 Stunden auf dem Zollhof"},"content":{"rendered":"<p>[singlepic id=203 w=600 h=370 float=]<em> &#8230;Sonnenuntergang auf den Karpaten.<\/em><\/p>\n<p>Auf den Karpaten erlebte ich einen herrlichen Sonnenuntergang, die Stra\u00dfen waren weitgehend schneefrei. Jenseits der Karpaten suchte ich mir dann gegen 21 Uhr einen Schlafplatz. 1. Versuch: Parkplatz kostet 8 Euro, aber das ist gleichzeitig ein Gutschein f\u00fcr ein Abendessen. Super! Lkw ordentlich geparkt, Vorh\u00e4nge zu und mich auf ein gutes Essen gefreut. Drin erfahre ich dann, dass die K\u00fcche schon zu hat. Also weiter zum n\u00e4chsten Rasthof. Parken gratis, Restaurant offen, daf\u00fcr Essen, sagen wir mal, Geschmackssache. Immerhin hat der Ort einen sch\u00f6nen Namen: Gura Humorului.<\/p>\n<p>[singlepic id=204 w=600 h=370 float=]<em> &#8230;kurze Pause unterwegs.<\/em><\/p>\n<p>[singlepic id=205 w=600 h=370 float=]<em> &#8230;2 PS.<\/em><\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen gings weiter. Der Schnee wurde immer mehr, man sah, dass viele Stra\u00dfen von den Schneeverwehungen nur eingeschr\u00e4nkt befahrbar waren. Aber ich kam gut durch und hatte meinen Spa\u00df. Kurz vor zwei war ich dann an der Grenze nach Moldawien. Die Waage war eingeschneit, und auch sonst lief alles sehr gut. Schon nach zwei Stunden war ich durch. Noch etwas g\u00fcnstigen Sprit tanken und dann ging es auf verschneiten Stra\u00dfen bis nach Chi\u015fin\u0103u, welches ich am Abend erreichte.<\/p>\n<p>[singlepic id=206 w=600 h=370 float=]<em> &#8230;nach der Grenze in Moldawien. Rund 100km solche Strassenverh\u00e4ltnisse bis zum Ziel.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen gings dann auf den Zollhof. \u00a0Dort herrschte totales Chaos. Der Schnee war nicht ger\u00e4umt, sondern festgefahren. Der Platz absch\u00fcssig, die Zufahrt bergauf. Ich bekam einen guten Platz zugewiesen. (Gut bedeutet: Fester Untergrund unter dem Schnee, eben, und relativ wenig Schnee) Ein Mitarbeiter der Gemeinde machte meine Zollpapiere und ich hatte viel Zeit. Jeder zweite Lkw, der auf den Platz kam oder vom Platz fahren wollte, blieb stecken. Ich brachte zig Eimer Sand, um denen zu helfen. Dabei fragte ich mich, warum hat eigentlich ein moldawischer Lkw Fahrer keinen Eimer dabei? Mit T\u00fcten und den blo\u00dfen H\u00e4nden holten sie sich den Sand vom recht weit entfernten Haufen&#8230;<\/p>\n<p>[singlepic id=208 w=600 h=370 float=]<em> &#8230;Warten&#8230;.<\/em><\/p>\n<p>Abends erfuhr ich dann, dass die Papiere heute nicht mehr fertig werden. Ich blieb beim Lkw, fand auch noch eine passable Toilette und bekam eine Einladung. In einem Lkw sa\u00dfen schon sechs M\u00e4nner, als ich vorbeilief, \u00f6ffnete sich die T\u00fcr, ich soll doch mit ihnen Schnaps trinken. Ich erkl\u00e4rte ihnen \u201eDon&#8217;t drink and drive\u201c, aber das wollten sie nicht verstehen&#8230;<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Nachmittag, nach rund 31 Stunden, war dann alles fertig: Die Ladung kontrolliert und alle Stempel an ihrem Platz. Wir fuhren zum Lager und es ging ans Ausladen. Die Freude war wieder gro\u00df.<\/p>\n<p>[singlepic id=209 w=600 h=370 float=]<em> &#8230;fleissige Helfer beim Abladen.<\/em><\/p>\n<p>W\u00e4hrend wir noch ausluden, kam der Leiter eines Altenheims, um Hilfsg\u00fcter abzuholen. Er berichtete von schockierenden Umst\u00e4nden, in denen die Menschen leben. So erz\u00e4hlte er zum Beispiel vom einem \u00e4lteren Ehepaar, welches sie in ihrer ungeheizten H\u00fctte besuchten. Ungeheizt deshalb, weil es im Monat umgerechnete 50 Dollar Rente gibt, Brennholz pro Meter aber genauso viel kostet. Sie hatten kein Holz, kein Essen. Das Bett war kaputt, die Bettdecke ein Lumpen. Hier konnte z.B. mit unseren Hilfsg\u00fctern geholfen werden. Und so erz\u00e4hlte er noch viele andere Erlebnisse. Es ist schockierend zu h\u00f6ren, in welchen schlimmen Umst\u00e4nden die Menschen leben, oder vegetieren m\u00fcssen.<\/p>\n<p>[singlepic id=211 w=600 h=370 float=]<em> &#8230;und schon werden Hilfsg\u00fcter abgeholt und zu den Bed\u00fcrftigen gebracht.<\/em><\/p>\n<p>Da konnte ich dann auch den Frust, 31 Stunden am Zoll zu sitzen, hinter mir lassen. Ich\u00a0 konnte, wenn ich wollte, im warmen Lkw sitzen. Die Menschen dort, haben zum Teil nicht mal die M\u00f6glichkeit, zu heizen!<\/p>\n<p>Wir d\u00fcrfen so dankbar sein, dass wir im Westen, mit all seinen Segnungen, leben d\u00fcrfen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[singlepic id=203 w=600 h=370 float=] &#8230;Sonnenuntergang auf den Karpaten. Auf den Karpaten erlebte ich einen herrlichen Sonnenuntergang, die Stra\u00dfen waren weitgehend schneefrei. Jenseits der Karpaten suchte ich mir dann gegen 21 Uhr einen Schlafplatz. 1. Versuch: Parkplatz kostet 8 Euro, aber das ist gleichzeitig ein Gutschein f\u00fcr ein Abendessen. Super! 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