{"id":749,"date":"2013-05-14T09:30:54","date_gmt":"2013-05-14T09:30:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dhhn.de\/?p=749"},"modified":"2013-05-14T09:30:54","modified_gmt":"2013-05-14T09:30:54","slug":"hilfstransport-nach-bulgarien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dhhn.de\/en\/hilfstransport-nach-bulgarien\/","title":{"rendered":"Hilfstransport nach Bulgarien"},"content":{"rendered":"<p>Mich erreicht ein Anruf aus Ravensburg: Der Container ist voll! Wir haben dort in der Weststadt einen unserer alten Container stehen, dort wird flei\u00dfig gesammelt. Also konnte ich einen kurzfristigen Hilfstransport nach Bulgarien einschieben\u2026<\/p>\n<p>Donnerstagmorgen haben wir hier bei DHHN mit Hilfe der Jungs vom CJD den Lkw beladen, am Donnerstagabend mit zahlreichen Helfern den Anh\u00e4nger in Ravensburg. Am Freitag gins dann los: Memmingen, M\u00fcnchen, Linz, Wien, Budapest, Szolnok\u2026 im in Richtung Osten, der aufgehenden Sonne entgegen.<\/p>\n<p>Die rum\u00e4nische Grenze war recht gut, ich \u00fcbernachtete dann auf einem neueren Lkw-Rastplatz nach Oradea. Ich wollte \u00fcbernachten: Denn um ca. halb zw\u00f6lf weckte mich extrem laute Musik auf. Ich drehte mich um, wollte weiterschlafen. Keine Chance. Habe dann umgeparkt ins hinterste Eck. Auch nicht besser. Also bin ich raus zum Restaurant, was nun eine Disco war, habe nach z\u00e4hen Verhandlungen meine Parkgeb\u00fchr wiederbekommen und bin weitergefahren.<\/p>\n<p>[singlepic id=331 w=600 h=370 float=]<em> &#8230;an der Grenze.<\/em><\/p>\n<p>Es war die Osternacht (die orthodoxen Christen feiern Osern sp\u00e4ter). In jedem Dorf waren die Menschen rund um die Kirche versammelt, jeder hatte eine brennende Kerze in der Hand. Das sah richtig sch\u00f6n aus und lie\u00df mich ganz vergessen, in welcher not die Menschen hier eigentlich leben. Oben auf dem Pass fand ich dann ein ruhiges Pl\u00e4tzchen\u2026<\/p>\n<p>Den ganzen Tag gings dann quer durch Rum\u00e4nien nach S\u00fcdost in Richtung Bukarest und bulgarische Grenze. Am letzten Parkplatz vor der Grenze machte ich Stopp. Ein sogenannter \u201eT\u00fcrkenparkplatz\u201c. Die gibt es im ganzen Osten. Von T\u00fcrken betrieben halten hier vor allem Lkw-Fahrer aus der T\u00fcrkei. Und man kommt sich vor wie im Orient. Im Gastraum gibt es gratis Tee und Kaffee aus kleinen Tassen, in der Mitte des gro\u00dfen Raums ist der Grill\u2026<\/p>\n<p>[singlepic id=334 w=600 h=370 float=]<em> &#8230;&#8221;T\u00fcrkenparkplatz&#8221;.<\/em><\/p>\n<p>In einer \u201erustikalen\u201c Dusche kann ich am n\u00e4chsten Morgen noch duschen, bevor es weiter gen S\u00fcden, gen Bulgarien geht. Telefonisch habe ich erfahren, dass ein guter Bekannter auch mit dem Lkw auf der gleichen Route unterwegs ist. Problemlos komme ich an die bulgarische Grenze, doch danach, am Ortsende von Ruse, steht die Polizei. Ich habe kein schlechtes Gewissen, werde aber aufgekl\u00e4rt, dass heute bis 20:00 Fahrverbot wegen Ostern sei. Ohne Ausnahme! Da hilft alles betteln nicht. Ich suche mir ein schattiges Pl\u00e4tzchen in einer Seitenstra\u00dfe und warte. Aber da ich eh erst am Dienstag erwartet werde, ist das kein Problem. Ein paar Stunden sp\u00e4ter kommt mein Schweizer Freund mit seinem Lkw und einem weiteren Kollegen, und so vergeht die Zeit wie im Flug.<\/p>\n<p>Abends um elf komme ich dann am Ziel an. Am n\u00e4chsten Morgen geht\u2019s gleich los mit abladen. Motiviert sind die jungen M\u00e4nner dabei, Karton f\u00fcr Karton aus dem Lkw ins Kleiderlager zu bringen. Stefan, der Chef, freut sich \u00fcber den Nachschub. Denn die Kleider sind sehr gefragt. Viele Menschen k\u00f6nnen sich keine neuen Kleider leisten.<\/p>\n<p>[singlepic id=332 w=600 h=370 float=]<em> &#8230;unterwegs.<\/em><\/p>\n<p>Am Nachmittag mach ich mich schon wieder auf die R\u00fcckreise und komme am fr\u00fchen Abend an die Grenze. Direkt vor der Grenze ist ein Kreisverkehr. Davor hat es vielleicht 50 Meter R\u00fcckstau, Pkw und Lkw. 100 Meter vor dem Kreisverkehr ist links ein Tankstelle mit benachbarten Lkw-Ersatzteile Laden, wo ich ein paar Kleinigkeiten kaufen wollte. Ich fahre durch die Tankstelle zu dem Laden. Doch der hat zu. Die Ausfahrt der Tankstelle ist an der n\u00e4chsten Stra\u00dfe, die dann von links in den Kreisverkehr kommt. Am Kreisverkehr regeln zwei Polizisten den Verkehr. Ich fahre rein, als der erste mir winkt. Der zweite, der an der Ausfahrt zur Grenze steht, deutet mir an, ich solle umdrehen. Ich zeige zur Grenze, nach Rum\u00e4nien, dass ich dort hin will! Er weist in die entgegengesetzte Richtung. Also steige ich aus und frage nach. Er schreit auf Bulgarisch wild auf mich ein, fuchtelt mit den H\u00e4nden. Ich sage nur ruhig: Ich m\u00f6chte nach Rum\u00e4nien, Rum\u00e4nien, no Bulgaria! Da z\u00fcckt er die Handschellen. Und ich muss fast lachen unter der Vorstellung, dass er mir die jetzt wirklich anziehen w\u00fcrde. Das w\u00e4re doch ein Bild. Mein Lkw mitten im Kreisverkehr, alles blockiert, und ich davor in Handschellen\u2026<\/p>\n<p>Aber ich steige wieder ein, und fahre eine Runde durch den Kreisverkehr. Denn zur\u00fcck, wie er gestikuliert, will ich ja auch nicht. Als ich dann nach der Runde wieder bei ihm bin, l\u00e4sst er mich zur Grenze passieren\u2026. Man muss nicht alles verstehen. Wahrscheinlich meint er, ich w\u00e4re an dem nichtvorhandenen R\u00fcckstau einfach vorbeigefahren\u2026<\/p>\n<p>[singlepic id=333 w=600 h=370 float=]<em> &#8230;in den sch\u00f6nen Karpaten<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Nach einer \u00dcbernachtung bei Hans, einem Rasthof, mache ich am n\u00e4chsten Tag noch einen Abstecher durch die Karpaten. Eigentlich eine Abk\u00fcrzung. Wundersch\u00f6n, aber ich brauche viel l\u00e4nger\u2026 Liegt vielleicht an den vielen Fotos, die ich gemacht habe.<\/p>\n<p>\u00dcber Ungarn mit einem Superstau um Budapest und \u00d6sterreich komme ich dann wieder wohlbehalten daheim an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mich erreicht ein Anruf aus Ravensburg: Der Container ist voll! Wir haben dort in der Weststadt einen unserer alten Container stehen, dort wird flei\u00dfig gesammelt. 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