Hilfstransport mit Hands-team Einsatz Rumänien April 2014

Matschig, kühl, erfolgreich. So könnte man den diesjährigen Hands-team Einsatz in Rumänien beschreiben. Doch der Reihe nach:

Guten Morgen!

Guten Morgen!

Zu elft waren wir unterwegs. Der Lkw mit Vorsprung, so trafen wir uns Samstag Abends kurz nach der rumänischen Grenze auf einem Lkw-Parkplatz, wo wir auch übernachteten. Vor uns lag eine spannende Zeit: Unser Ziel war, den Lkw voller Hilfsgüter bei verschiedenen DHHN-Projekten abzuladen und dann auf der Boaz-Farm ein kleines Sanitärgebäude zu errichten. Und so machten wir es. Wir brachten zur Suppenküche Calan einige Paletten Lebensmittel, am nächsten Tag dann Nachschub fürs Verteilzentrum in Burgberg. Überall war die Freude über die Hilfsgüter groß, denn ständig kommen arme Menschen vorbei und bitten um Hilfe. Nach einem Besuch im Kinderheim Bazna, wo wir Hilfsgüter und das Geld für die nächste Zeit abgaben, kamen wir am Montag Abend in strömenden Regen endlich bei Rollers auf der Boaz-Farm an. Und wie es auf dem rumänischen Land nun mal so ist, Regen bedeutet Matsch, viel Matsch. Die erste Nach schliefen wir deshalb in den Containern des Lkw.

Man kann auch im Matsch leben. :-)

Man kann auch im Matsch leben. 🙂

Am nächsten Tag stellten wir, auf möglichst pfützenfreien Flächen, unsere Zelte auf und richteten die Küche ein. Gleichzeitig hatten wir eine große Planungsbesprechung mit Bernd. Und dann gings los! Material einkaufen. Das ist in Rumänien nicht so einfach. Ich wollte Balken, Bretter und Latten kaufen. Ein rumänischer Mitarbeiter von Bernd erklärte mir den Weg: In dem und dem Dorf nach der Kneipe mit dem roten Dach links… Natürlich hatte der Holzhändler nicht alles gewünschte, aber man kann ja improvisieren.

Währenddessen fingen die anderen an, Fundamente für das Sanitärhäuschen zu graben und die Baustelle einzurichten. Klaus zeichnete einen genauen Bauplan und so konnten wir in den nächsten Tagen die Balkenkonstruktion aufrichten und das Dach drauf machen. Wegen der „Herausforderungen“ beim Einkauf kamen wir leider nicht ganz so schnell vorwärts wie geplant. Parallel dazu baute ein Zweierteam das neue Toilettenhäuschen mit schwedischer Komposttoilettentechnik und Duftabsaugung.

 

Vorbereitungen fürs Fundament

Vorbereitungen fürs Fundament

Am Wochenende machten wir zwei Ausflüge. Da das Wetter viel besser geworden war besuchten wir die Burgruine bei Saschiz. Das war echt interessant, doch leider sieht man deutlich, wie die einst stolze Burg immer mehr verfällt. Nach dem „Mittagsvesper“ besichtigten wir dann noch die Kirche. Sie war renoviert und sah von außen wir eine normale Kirche aus, nicht wie eine Kirchenburg. Bei der Führung staunten wir nicht schlecht, als uns gezeigt wurde, dass in Notzeiten die ganze Bevölkerung im Dach der Kirche Zuflucht fand. Im ersten Dachgeschoss und die Männer, oben drüber Frauen und Kinder. Neben der Kirche steht noch ein Vorratsturm, der damals mit einer Brücke in schwindelnder Höhe mit der Kirche verbunden war. Am Ostermontag besuchten wir noch Tirgu Mures und feierten Abends das jüdische Passahfest, was uns alles sehr beeindruckt hat.

Doch nun zurück zur Baustelle. Während wir auf der zukünftigen Hofstelle beschäftigt waren, baute Bernd mit ein paar Männern sein neues Gewächshaus im Dorf auf. Hierzu brauche er auch immer wieder Leute von uns. Und überhaupt, es gab immer wieder Aufgaben nebenher. Zum Beispiel die Impfaktion der Ziegen. Ein Gatter mit ca. 40 ausgewachsenen Ziegen und ca. 40 Zicklein. Ziege für Ziege musste eingefangen werden, geimpft und dann in den Stall bugsiert werden. Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Denn das Gatter war am Hang, und der Bodenbelag eine Mischung aus Mist, Lehm, Matsch und Wasser. Eigentlich eher eine tolle Skipiste. Wir alle waren von Dömes vollem Einsatz beim Ziegenfangen begeistert!

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Während die einen dann auf das Sanitärhäuschen das Dach montierten, hatten die Damen der Gruppe parallel dazu das Projekt „Wohnhaus renovieren“. Die Wände, die wir letztes Jahr mit Lehmputz repariert hatten, mit Kalkfarbe streichen. Boden abschleifen, ausbessern und einölen.

Langsam wurde die Zeit eng und so blieben wir Abends immer länger auf der Baustelle. Innen Dampfsperre anbringen und verkleben, Fenster und Tür einbauen. Die Wände verkleideten wir innen mit Triplexplatten, außen wurde die Hütte parallel dazu mit Holz verschalt. Stromkabel ziehen, Abwasser, Frischwasser, Waschbecken, Dusche. Alles viel Arbeit, die man nachher nicht mehr sieht. Aber es war schön zu sehen, wie sich jeder mit seinen Gaben eingebracht hat und viel dazu gelernt hat.

Am Freitag musste ich dann mit dem Lkw die Rückreise antreten. Die Gruppe blieb noch einen Tag und wollte noch so viel wie möglich fertig kriegen. Und wir haben viel geschafft, jetzt muss nur noch der Boiler und das Hauswasserwerk angeschlossen werden, der Linoleumboden verlegt und der Strom angeschlossen werden. Dort, wo vorher ein alter Weinstock stand, steht nun ein kleines Sanitärhäuschen.

Dankbar für alle Bewahrung kam die Gruppe dann Samstag Nacht, der Lkw Sonntag Abend wieder daheim an. Uns hat es echt begeistert, wie viel man in knapp zwei Wochen doch schaffen kann, wenn alle motiviert mit anpacken! Auch dieser Einsatz hat den Horizont von uns allen wieder erweitert. Wir kommen wieder!

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Hilfsgütertransport Uschgorod / Ukraine Mai 2014

Vor einigen Wochen hatte ich mal „testweise“ Transportpapiere an Slawik, dem Leiter des Jugendhauses, geschickt. Zur Zeit ist ja die Übergangsregierung in der Ukraine im Amt, und diese ist sehr mit den Abspaltungstendenzen in der Ostukraine beschäftigt. So ging ich eigentlich nicht davon aus, dass dieser Transport genehmigt, bzw. schnell genehmigt werden würde.

Doch so kann man sich täuschen, innerhalb einiger Tage war die Genehmigung da und so stand dem Transport zum Jugendhaus nichts mehr im Wege. Außer vielleicht die Reisewarnung für die Ukraine vom Auswärtigen Amt. Aber das Jugendhaus ist gerade mal 20km hinter der ukrainisch-ungarischen Grenze, und so hatte ich absolut keine Sorgen. Auch die Leute vor Ort bestätigten mir, dass es absolut kein Problem sei.

Unterwegs im schönen Voralpenland

Unterwegs im schönen Voralpenland

So machte ich mich also auf die Reise, problemlos durch Deutschland und Österreich. Es wurde immer wärmer, und eigentlich gibt es von der Fahrt nicht viel zu berichten, wäre da die Lkw-Kontrolle in Ungarn nicht gewesen. Man muss wissen, man kann sich als Lkw-Fahrer eigentlich fast nicht an alle Regeln halten, da sie sich zum Teil wiedersprechen… Und solche Kontrollbeamte finden immer was, wenn sie denn wollen. Entsprechend mulmig war mir zu Mute, als der Polizist mich auf den Parkplatz winkte. Dann kam ein etwas älterer Beamt zu mir. Nach einer freundlichen Begrüßung fragte er, wohin ich denn wolle. Und Ukraine und Hilfstransport beeindruckten in schon etwas so dass er dann meinte, wir machen nur die Statistik. Ich wusste nicht genau, was er meinte. Nach dem er dann wieder kam und meinte, ich könne jetzt fahren, wars mir klar. Er musste ja seine „Buchführung“ machen, kontrollierte bei mir aber gar nichts…

Polizeikontrolle in Ungarn

Polizeikontrolle in Ungarn

Am Dienstagabend erreichte ich dann die ukrainische Grenze. Hier war sehr wenig los, und alles lief korrekt. Auf der ukrainischen Seite erwartete mich Slawik und gemeinsam machten wir dort alle Papiere. Es sind weniger Stempel geworden, die man braucht. SMAP ist nicht mehr, das macht er Zoll mit, die Ärzte und Ekologia fallen auch weg, nur noch Deklaration, Radiologie und Zoll waren nötig. Das lief alles seinen „gemütlichen“, aber problemlosen Gang und so konnten wir am späten Abend den Lkw noch zum Zollhof in Uschgorod bringen.

Hier wurden am nächsten Morgen in Windeseile die Papiere fertig gemacht, wir konnten schon um 10:30 zum Jugendhaus fahren und anfangen mit abladen. Klasse! Zwar unter Aufsicht eines Zöllners, aber das ist ja kein Problem. Die Jungs vom Jugendhaus, viele sind neu, haben mit Feuereifer den Lkw abgeladen. Slawik und Viktor, aber auch die Jungs, haben sich sehr über die Hilfsgüter gefreut. Sie erzählten, dass sie immer mehr Anfragen bekommen und die Not immer Größer wird. Die Inflation ist groß, inzwischen bekommt man für einen Euro schon 15 Grivnia, früher waren es immer ca. 10 Grivnia…

DHHN-0445

Man berichtet mir, dass die Leute sehr gespannt seien, wie es in der Ukraine weitergeht und sehr viele auch große Angst haben. Die Kirchen sind voll und Leute aller Konfessionen kommen zusammen und beten für Frieden. Es wird gemunkelt, dass die Separatisten vor allem aus Russland eingeschleuste Männer sind, die Unruhe bringen sollen…

Nach einem guten Mittagessen machte ich mich dann schon wieder auf die Heimreise. Die Grenze ging so lala… Ein Beamte, der überhaupt keine Lust hatte und dann noch 1,20€ für die Benutzung der Straße von mir wollte (Das Geld ist ja nicht das Problem, aber es geht ums Prinzip. Hilfstransporte sind von der Gebühr befreit, und wenn man weiter ins Land fährt, wird es schnell mehr). Nach einer viertel Stunde Stillstand erklärte ich ihm folgendes: Sie wollen ja gerne von der Nato Hilfe, ich bringe jetzt schon Hilfe, und wenn sie mit der Nato so umgehen wie mit mir wird das wohl nix. Ich weiß nicht, was er verstanden hat, aber es hat auf jeden Fall geholfen! J

Am späten Nachmittag konnte ich nach Ungarn einreisen und brauchte dann noch zwei Tage für eine problemlose Heimreise. Naja, bis auf den Stau vor Stuttgart…

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„Das könnte doch mal wieder ein ganz normaler Hilfstransport werden“ war mein Gedanke, als ich sonntagmorgens auf recht leeren Autobahnen einen Lkw voller Hilfsgüter in den Osten fuhr. Ziel ist diesmal Minsk in Weißrussland. Es ist eine schöne Fahrt, über Nürnberg, Chemnitz und Dresden an die Deutsch-Polnische Grenze bei Görlitz. Auch durch Polen geht es gut weiter. Hier hat die EU jede Menge neue Autobahnen gebaut, die man aber per Maut teuer bezahlen muss. Deshalb fahre ich nach wie vor die alten Landstraßen, die breit sind, aber kaum noch Verkehr haben. Quer durch Polen, ich komme an Städten wie Breslau und Warschau vorbei. Gegen 16 komme ich an die Grenze nach Russland, und fahre an ca. 3km Lkw-Stau vorbei. Doch dann ist auch auf der zweiten Spur, die ich gerade nutze, eine Lkw Schlange. Noch 2km bis zur Grenze. Und durch einen Gefallen, den ich jemand mache, komme ich auf die innere Spur und kann die Schlange nicht mehr verlassen. Geduld über ist angesagt.

endlich vorne!

endlich vorne!

Gegen 20 Uhr komme ich an die Grenze. Hier auf polnischer Seite klappt es sehr gut und schnell, schon nach 10 Minuten geht’s weiter. Vor mir geht die Straße ca. 3km, eingerahmt von einem grünen Stahlzaun, bis zur eigentlichen Landesgrenze. Und ab dort von der Brücke den Bug bis zum Zollhof verbringe ich weitere 3-4 Stunden. Geduld üben ist angesagt. Im Zoll nimmt dann alles seinen gewohnten Gang. Und siehe da, es gibt keine Probleme! Keine Nachfragen, keine fehlenden Papiere, kein Androhen von Abladen, kein Röntgen. Alles nimmt seinen Gang und so kann ich um 4 Uhr morgens Ortszeit nach Weißrussland einreisen.

Direkt nach der Grenze „übernachte“ ich dann auf einem bewachten Parkplatz, der zu der Werkstatt gehört, die mir im Sommer die Hydraulikleitung geflickt hatte. Am späten Vormittag geht’s weiter: Erstes Projekt: Eine Beltoll Mautbox kaufen. Dort erfahre ich, wie ich auch schon wusste, dass Hilfstransporte von der Maut befreit sind. Ich hatte mir extra im Vorfeld einen Antrag aus dem Internet heruntergeladen und ausgefüllt, und gab diesen dort ab. Das brachte die Leute aus dem Konzept. Hier anrufen, dort anrufen… Keiner konnte deutsch oder englisch… So mache ich ihnen mit Hilfe eines anderen Fahrers klar, dass ich einfach so eine Box kaufen möchte und dann später den Mautbefreiungsantrag in Minsk abgeben werde. Antwort: Jetzt können sie mir keine Box mehr verkaufen… Na gut denke ich, fahre ich halt zur nächsten Tankstelle und kaufe dort eine Box. Doch es kommt keine Tankstelle mit beltoll Service mehr. Da mir das alles ziemlich merkwürdig vorkommt, halte ich bei einem Polizeiauto an und frage dort. Die bringen mich zu einem anderen Polizeiauto, und dort kennt man sich etwas mehr aus: Ich müsse 520€ Strafe bezahlen, da ich ohne Beltoll- Box unter zwei Mautbrücken durchgefahren bin. Alles Diskutieren bringt nichts. Im Prospekt, den ich vorher erhalten habe, steht schwarz auf weiß, dass Hilfstransporte von der Maut befreit sind. Egal. Telefonate mit dem Empfänger in Minsk ändern auch nichts. Nach ca. 4 Stunden kann ich dann die Strafe direkt im Polizeiauto mit Visakarte bezahlen…

Ärger mit Beltoll, Hilfstransporte sind von der Maut befreit. Nur keiner weiß, wie!

Ärger mit Beltoll, Hilfstransporte sind von der Maut befreit. Nur keiner weiß, wie!

Igor, unser Kontaktmann in Minsk, macht mir Hoffnung, dass ich das Geld zurückbekomme. Mein Fall ist einfach im System nicht bedacht worden, so erklärte es ihm der Polizist. Der wiederum auch keine andere Möglichkeit hatte, da alles automatisch im Computer aufgezeichnet war…

Nun, so konnte ich dann zur nächsten Beltoll-Servicestelle fahren und dort eine Box kaufen. Der arme Verkäufer war ziemlich überfordert mit seinem Computer, gemeinsam haben wir es dann innerhalb einer Stunde geschafft. Acht Unterschriften und ich hatte die legendäre Box endlich in meinen Händen!

Noch 350km bis Minsk, leider muss ich in der Dunkelheit fahren, was ich dort im Osten nur sehr ungern mache. Doch ich muss am nächsten Morgen am Zoll sein, sonst läuft die Frist ab. Alles geht gut und ich habe eine ruhige Nacht auf dem Zollhof. Am nächsten Morgen geht der Zoll an Blitzschnell. Keine halbe Stunde, und wir können schon zum Abladen. Das einzig kuriose: Ich muss noch eine Bescheinigung organisieren, wie lange das mitgebrachte Spülmittel haltbar ist.

Nun geht’s quer durch die Stadt zum Invalidenverein. Wie immer, alles zugeparkt. Wieder Geduld üben, nach 1,5 Stunden für 70 Meter bin ich endlich am Ziel. Igor kommt mit 10 Mann von der Rehastation und so wird der Lkw abgeladen. Alle sind mit Eifer dabei, und so leert sich der Lkw und das Lager wird immer voller. Die Organisatorinnen vom Invalidenverein strahlen übers ganze Gesicht und freuen sich über all die Güter, die sie weitergeben können.

Während der Lkw noch abgeladen wir besuche ich mit Igor das Rehazentrum. Es ist schön zu sehen, wie es sich weiterentwickelt und wie Menschen frei von Drogen und Alkohol werden.

Igor und Oleg fahren mit mir zum Rehazentrum

Igor und Oleg fahren mit mir zum Rehazentrum

Am frühen Nachmittag geht’s dann wieder gen Westen. Mit vollen Tanks, hier kostet der Diesel nur knapp 0,80€, geht’s zur litauischen Grenze. Denn nur hier darf der Tank voll sein. 13 Kilometer vor der Grenze fängt der Lkw-Stau an. Ich fahre zügig vorbei, werde dann aber von mehreren Fahrern, die mitten auf der Straße stehen, angehalten. Nach einer recht ruhigen Diskussion darf ich weiter fahren und komme direkt bis vor den Schlagbaum. Hier ist zähes diskutieren mit dem Grenzpolizisten angesagt, nach ca. einer Stunde darf ich dann in den Zollhof. Im Zoll sind rund 30 Fahrer, die vor vier Schaltern, wovon zwei besetzt sind,  stehen. Ich gehe an einen Schalter vor und erkläre den Fahrern dort, dass ich Hilfsgüter zum Invalidenverein gebracht habe und ob ich denn vor darf. Jetzt geht das Gezeter los: Ich sei doch leer und deshalb kein Hilfstransport mehr. Und überhaupt. Zum Glück verstehe ich kein russisch, aber das Geschrei ist groß und dem Tonfall nach zu urteilen sind sie nicht sehr begeistert von mir. Ich frage sie dann auf Deutsch, ob sie denn Egoisten sein wollen. Ich komme aus Deutschland und bringe ihren Invaliden Hilfe. Ein paar werden ruhiger, aber die Rädelsführer bleiben bei ihrer lautstark vertretenen Meinung: Sobald der Lkw leer ist, ist es kein Hilfstransport mehr. Nun denn, ich stelle mich etwas seitlich hin und warte mal ab. Theoretisch sind 20 Mann vor mir dran, wie man anhand der nummerierten Laufzettel erkennen kann. 20 Mann a mind. 10 Minuten…

Tatsächlich hält sich aber keiner so richtig an die Nummern… Die Diskussion über mich hat sich in die linke Seite des Raumes verlagert, ich stehe rechts alleine. Und plötzlich wird der Schalter direkt vor mir frei. Und ich bin der einzige, der dort steht und das merkt. Ich zöger kurz, doch die Zöllnerin sagt dawai und ich gebe meine Papiere rein. Es brauchte keine Minute, und die anderen haben es auch bemerkt und kommen lautstark schreiend her. Ich mache ihnen Platz und sie reden auf die Beamtin ein. Die sagt irgendeinen Satz zurück und alle sind friedlich. Vielleicht sollt ich mir den Satz mal aufschreiben lassen! J

Und jetzt ist es endlich soweit: Mein Gedanke von der Abfahrt erfüllt sich. Ab jetzt wird es eine ganze normale Rückreise, ohne irgendwelche Probleme. Über Vilnius, Kaunas, Suwalki, Warschau, Breslau komme ich wieder nach Deutschland. Und am Sonntagabend bin ich wieder dankbar und glücklich zu Hause.

Viele weitere Bilder!

Hier finden Sie noch weitere Bilder von diesem Hilfstransport nach Minsk/Weißrussland.

Hilfstransport in die Ukraine März 2014

Die Situation in der Ukraine war und ist immer noch sehr spannend. Wir hatten für Anfang Februar einen Hilfstransport zu unserem Dorfkrankenhaus in die Ukraine geplant. Doch kamen dann die Demonstrationen mit all den schlimmen Ausschreitungen und leider vielen Toten in Kiev dazwischen. Dann waren tageweise die verschiedenen Grenzen blockiert. So verschoben wir den Transport immer wieder. Endlich gab es einen Lichtschimmer, Janukowitsch war geflüchtet, die neue Regierung fing an zu arbeiten, die Polizei wechselte auf die Seite des Volkes.

Das war unsere Chance! Am Freitag, den 28. Februar 2014, startete der Hilfstransport in die Ukraine. Der Lkw war voll beladen mit Rollstühlen, Gehilfen, Matratzen, Krankenhausbetten, Reinigungsmitteln, Kleidung, Decken und Schuhen. Nach dem verzollen in Horb gings es auf die lange Reise in den Osten. Über Hof und Dresden erreichten wir Polen, wo wir in der Nähe von Piotrkov Trybunalski übernachteten. Morgens mussten wir am Anhänger eine Luftleitung reparieren, sie hatte sich durchgescheuert. Aber das ist inzwischen Routine.

kleine Reparatur am Anhänger

kleine Reparatur am Anhänger

Am Abend erreichten wir die Grenze zur Ukraine. Die polnischen Zöllner fragten uns, ob wir zum Maidan wollen. Aber die Abfertigung verlief zügig. Auch an der ukrainischen Seite war nur wenig los. Die Beamten waren sehr freundlich und so konnten wir in Rekordzeit die Grenze überqueren und an der nächsten Tankstelle übernachten.

Am nächsten Morgen sahen wir, dass die Straßensperre komplett weggeräumt war und konnten uns auf die langsame Fahrt auf schlechten Straßen zu unserem Dorfkrankenhaus machen. Unterwegs erfuhren wir von Putins Aktivitäten auf der Krim. Ganz wohl war uns nicht, doch zum Glück ist die Krim weit weg. Eine kurze Pause an einem Friedhof für gefallene Soldaten lies mich sehr nachdenkloch werden. Schon einmal mussten im Kampf in der Ukraine tausende Menschen sterben. Lasst uns beten, dass es für die jetzigen Entwicklungen eine gute Lösung gibt.

abgebaute Barrikade an der Grenze

abgebaute Barrikade an der Grenze

Gegen Abend erreichten wir Ternopil. Auf der Zufahrt zur Umgehungsstraße war eine Straßensperre aufgebaut. Reifen, Paletten, einige Männer. Zögernd fuhr ich hin. Umdrehen bringt ja auch nichts. Ich kurbelte das Fenster runter und war gespannt, was kommt. Doch der Mann fragte mich freundlich, wo ich den hinwolle und was ich dabei hätte. Er freute sich sichtlich, dass wir Hilfe für das Dorfkrankenhaus Ilawtse haben. So konnten wir problemlos passieren und schlugen unser Nachlager im Zollhof auf.

Am nächsten Morgen kamen dann Mitarbeiter vom Krankenhaus und machten die Papiere fertig. Schon am späten Vormittag konnten wir zum Krankenhaus fahren. Unterwegs wieder Straßensperren, diesmal wurden wir gar nicht angehalten. Die Straßen haben diesen Winter wieder sehr gelitten… sie werden Jahr für Jahr rapide schlechter.

Das war mal eine Autobahn...

Das war mal eine Autobahn…

Im Dorfkrankenhaus angekommen geht es unter der Aufsicht vom Zollbeamten ans abladen. Das Hilfsgüterlager füllt sich wieder, die Mitarbeiter sind froh über den Nachschub. Besonders die Inkontinenzprodukte begeistern sie. Denn diese machen die Arbeit doch wesentlich angenehmer. Zum Mittagessen sind wir beim Chefarzt eingeladen, es gibt guten ukrainischen Borscht.

Beim Krankenhaus besichtigen wir noch das neue Gebäude. Denn in unserem Krankenhaus sollen Studenten ihr Praktikum machen. Dieses Projekt wurde von der einem Minister der alten Regierung vornagetrieben. Für uns ist das sehr gut, denn die Studenten packen auch praktisch mit an und entlasten so unsere Mitarbeiter. Doch jetzt in dem ganzen Umbruch sind wir gespannt, ob und wie das weitergeht.

Während der Lkw abgeladen wird, treffen wir Iwan (Name geändert).  Er wartete gerade auf eine Verwandte, die im Krankenhaus zur Behandlung war. Er war auf dem Maidan und berichtete uns mit vielen Bildern von seinen Erlebnissen. Dieser ganz normale Ukrainer war mehrmals für mehrere Tage nach Kiew gereist um an den Protesten auf dem Maidan-Platz teilzunehmen. Ohne vorher mit ihm gesprochen zu haben, zeigte er uns Fotos auf seinem Handy, welche er während den Protesten geschossen hatte. Man sah neben den ganzen Bildern, die jeder aus dem Fernsehen kannte, auch den Alltag auf dem Platz: wie Menschen in Zelten schliefen, sich an Feuern wärmten oder Plakate mit Aufschriften hielten. Sehr beeindruckend war, wie nahe sich die Bergkut-Schlägertrupps und die Demonstranten gegenüberstanden. Hierzu hat er mehrere Fotos geschossen und darauf hingewiesen in welchen Bussen sie kamen, wo sie standen und was sie machten. Uns hat es nachdenklich gemacht, dass selbst vom Land um Ternopol die Leute zu den Protesten in das entfernte Kiew reisten um an den Protesten teilzunehmen.

 

Er berichtete uns von seinen Erlebnissen auf dem Maidan.

Er berichtete uns von seinen Erlebnissen auf dem Maidan.

Am frühen Abend ist der Lkw leer und wir beschließen, gleich noch zurück in die Stadt zu fahren und dort zu übernachten. SO sparen wir Zeit. Denn wegen der Situation auf der Krim wollen wir die Ukraine möglichst schnell verlassen. Nicht dass wir Angst um uns hätten. Im Gegenteil, wir fühlten uns sicher. Die Stimmung in der Ukraine war sehr positiv, die Menschen freundlich, wie ich es noch nicht erlebt hatte. Obwohl keine Polizei arbeitet, halten sich sogar die „mafia-Leute“ mit ihren dicken Fahrzeugen plötzlich an Geschwindigkeitsbegrenzugen. Als die Polizei noch aktiv war, hat das nicht funktioniert. Man spürt in der Ukraine eine Aufbruchsstimmung.

Wir stellen den Lkw auf einem bewachten Parkplatz ab und fahren mit dem Taxi noch ins Stadtzentrum. Dort hat es auch ein paar Barrikaden und Zelte. Und ganz viele Blumen und Kerzen. Aus Ternopil sind drei Menschen in Kiev erschossen worden. Was hier im Westen kaum erwähnt wird: Es sind noch immer über 300 Menschen, die auf dem Maidan waren, vermisst.

Gedenkstelle für die Opfer der Revolution

Gedenkstelle für die Opfer der Revolution

Am nächsten Morgen geht’s dann wieder gen Westen. Wir fahren auf einer kleineren Straße um kommen so nicht an Lvov vorbei. Man weiß ja nie. Auf katastrophalen Straßen kommen wir problemlos nach einer schönen Karpatenüberquerung nach Ushgorod. Hier können wir an unserem Jugendhaus übernachten und uns duschen. Slwaik und Viktor, die Leiter des Heims freuen sich über unseren Besuch, und so erzählen wir noch lange…

Am nächsten Tag geht’s dann über die Grenze nach Ungarn. Und man höre und staune: Der Beamte, der bisher von mir immer 5 oder 10 Euro wollte, diese aber nie bekommen hat und entsprechend schlecht auf mich zu sprechen war, war plötzlich richtig freundlich und fragte nicht nach Euro! Hoffen und beten wir, dass sich diese Entwicklung fortsetzt und die Ukraine die Korruption besiegt!

Der ukrainische Zoll verlief sehr gut, doch die ungarische Seite war recht mürrisch und kontrollierte ganz genau auf Zigaretten. Ein paar Lkw vor uns wurde das halbe Fahrerhaus zerlegt, alle anderen durften warten… Erst am Nachmittag waren wir fertig und wirklich froh, wieder in der EU zu sein.

Über Budapest, Wien und Linz kamen wir wieder nach Deutschland. Hier konnten wir noch eine komplette Lkw-Ladung lang haltbare Lebensmittel abholen, wofür wir sehr dankbar sind. Am Abend kamen wir dann wohlbehalten und dankbar wieder zu Hause an.

Es ist spannend! Seit Wochen müssen wir den geplanten Hilfstransport in die Ukraine immer wieder verschieben. Nun kommt ein weiterer, lang geplanter Transport “in die Quere”.  Nachschub für die Kleiderkammer in Bulgarien. Kurzfristig haben wir uns entschieden, die Güter ausnahmsweise per Spedition zu schicken. Zuerst gings nach Calmbach, hier findet einmal im Jahr eine Kleidersammlung für DHHN statt. Organisiert vom Verein “Pusteblume”. Herzlichen Dank für eures tolles Engagement! Zum weiteren Beladen des Lkws bei DHHN waren Jugendkreis und Sportteam aktiv. Herzlichen Dank für euren tollen Einsatz! Stefan, unser Leiter in Bulgarien, hat sich sehr über den Nachschub gefreut: “Thank you so much for the full truck with goods. It is great help for us in this period of the year!!”DHHN-

DHHN--2

[singlepic id=614 w=600 h=240 float=] …Übernachtung bei “Hans”

Der erste Hilfsgütertransport des Jahres, und doch ganz anders. Bei schönem, mildem Wetter mache ich mich auf die lange Reise zum Balkangebirge. Der Lkw und Anhänger sind vollbeladen mit Hilfsgütern für die Kleiderkammer in Gabrovo. Über München und Passau komme ich gut nach Österreich, hier übernachte ich das erste mal kurz vor St. Pölten. Am nächsten Tag geht es bei beinahe frühlingshaften Temperaturen an Wien und Budapest vorbei bis über die rumänische Grenze. Hier muss ich zwar eine Weile warten, aber die Kontrolle ist für mich dann recht human. Quer durch Rumänien arbeite ich mich vorwärts, heute komme ich bis zu dem berühmten Rasthof „Hans“. Früher, als hier noch deutsche Lkw-Fahrer unterwegs waren, war „Hans“ der Treffpunkt schlecht hin.

Am Donnerstag komme ich dann problemlos über die bulgarische Grenze, sogar die Brückengebühr für die „Brücke der Freundschaft“ über die Donau wurde mir erlassen. Am frühen Abend besuche ich noch Mirjam und Peter. Sie erzählen mir von ihrem Projekt „Winterhilfe“. Sie nehmen im Gemeindehaus Obdachlose auf, die sonst keine Bleibe haben. Die Stadtverwaltung ist ihnen für diesen Dienst von Herzen dankbar. Denn sie sind die einzige Anlaufstelle für solche Menschen in Not. Die Schicksale dieser Menschen sind schockierend.

[singlepic id=619 w=600 h=240 float=] …dichter Nebel in Bulgarien erschwert die Fahrt.

Bei extrem dichten Nebel komme ich dann spät abends bei der Kleiderkammer an. Am nächsten Tag packen alle beim Abladen mit an. Die Kleiderkammer ist quasi leer, und so sind sie über den Nachschub von Herzen dankbar. Denn auch in Bulgarien war der Winter noch nicht da. Und sobald es kalt wird, kommen die Menschen in Scharen und brauchen warme Kleidung…

Am gleichen Tag mache ich mich auf die Rückreise, komme wieder in dichten Nebel und darf die Grenze mal wieder ganz gemütlich „genießen“. Stundenlang stehe ich im Stau, es geht nur langsam vorwärts. Der Grund? Gute Frage, man könnte es vielleicht Bummelstreik der Beamten nennen.

[singlepic id=616 w=600 h=240 float=] …herrrliche Landschaften in Rumänien

Quer durch Rumänien und Ungarn komme ich dann Sonntag Abend wieder nach Österreich. Prompt komme ich bei Ansfelden in eine Lkw-kontrolle. Denn Lkw dürfen Sonntags nicht fahren. Aber das ist kein Problem, denn Hilfstransporte sind vom Fahrverbot ausgenommen. Ich übernachte bei St. Valentin. Während ich tief und fest im Fahrerhaus Schlafe, knacken Diebe den Tankdeckel und zapfen mir Diesel ab. Ungefähr 80 bis 100 Liter. Ich hab nachts nichts bemerkt, erst am Morgen bei der Abfahrtskontrolle.

Auf der weiteren Heimreise mache ich mir viele Gedanken, wie ich das verhindern kann. Aber im Endeffekt kann ich nicht viel mehr tun. Ich tanke immer schon nur morgens, mache ich ein dickes Schloss an den Tank, dann hauen sie mir ein Loch in den Tank und der Schaden ist noch größer. Vielleicht beorge ich mir irgendwo Aufkleber „Biodiesel“, aber ob das hilft?

Auf jeden Fall bin ich dankbar, denn das letzte mal, dass DHHN Diesel geklaut wurde, war vor wir über 10 Jahren.

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[singlepic id=610 w=600 h=240 float=] …unterwegs in Ungarn, kurz vor der rumänischen Grenze

Beim letzten Hilfstransport des Jahres kam ich mir vor wie der Weihnachtsmann: Hinter mir im Lkw waren mehrere Tausend Geschenkpakete der Aktion „Strahlende Augen“. Ziel war Rumänien, an insgesamt sieben Abladestellen verteilte ich die Ladung.

Bei recht gutem Wetter kam ich in zwei Tagen nach Rumänien. Unterwegs lag ab und zu Schnee, aber die Straßen waren frei. Erste Abladestelle: Eine Zigeunergemeinde in Arad. Hier kommt Ende Dezember eine große Gruppe Pfadfinder aus Deutschland und verteilt die Pakete in den Armenvierteln. Weiter gings am gleichen Tag zur Suppenküche in Calan. In der Dunkelheit luden wir noch ab. Die Arme wurden immer schwerer, doch die Mundwinkel gingen immer weiter nach oben.

[singlepic id=604 w=600 h=240 float=] …beim Abladen für die Suppenküche Calan

Abends telefonierte ich mit Roland, einem befreundeten Fernfahrer. Er berichtete mir, dass auf der Strecke nach Sibiu demonstriert würde. Im Januar will Rumänien die Treibstoffpreise um 7 Cent pro Liter erhöhen. Dann wäre der Diesel teurer als bei uns! Die armen Menschen… Lkw-Fahrer protestierten und legten den Verkehr lahm. Roland brauchte für 20km fünf Stunden.

Deshalb fuhr ich am nächsten Morgen einen Umweg über Petrosani. Landschaftlich sehr schön, das Schilt-Tal führt in engen Windungen durch die Karpaten in den Süden. Übrigens, mein erster eigener Hilfstransport führte mich vor ca. 20 Jahren nach Petrosani. Da kamen viele Erinnerungen hoch.

[singlepic id=602 w=600 h=240 float=] …Petrosani

[singlepic id=593 w=600 h=240 float=] …herrliche Berge!

Gegen Abend erreichte ich die nächste Stelle in der Nähe von Piteşti. Hier wurde mit vereinten Kräften abgeladen, direkt in Transporter. Die Ladung wurde auf drei Orte aufgeteilt, auch hier wird ein Einsatz stattfinden. Ich fuhr dann noch ein Stück und übernachtete bei „Hans“. Früher, als noch viele deutsche, österreichische und holländische Lkw-Fahrer unterwegs waren, war das der Treffpunkt. Heute bin ich meist der einzige „Wessi“.

[singlepic id=585 w=600 h=240 float=] …abendliches Abladen bei Pitesti

Nächstes Ziel unser Verteilzentrum in Burgberg. Auch hier war die Freude über die Güter wieder groß. Noch während ich da war kamen die Menschen und baten um Unterstützung. Ich bin froh, dass Susanne und Tenni das Lager so gut verwalten und den Überblick haben, wer wirklich Hilfe braucht und wer nur bettelt.

[singlepic id=580 w=600 h=240 float=] …in Burgberg

Am Abend kam ich noch zu unserem Kinderheim in Bazna. Hier gibt es gute Nachrichten! George hat nochmal geheiratet! Seine Frau, Luminitza, kommt sehr gut mit den Kindern klar, spricht auch Englisch und ist sehr fröhlich. Ich habe mich sehr für George gefreut, denn nach dem Tod seiner ersten Frau war es für Ihn sehr schwer.

[singlepic id=579 w=600 h=240 float=] …Familie Boancas in Bazna

Weiter gings nach Cluj, hier war sogar ein Gabelstapler zum Abladen da, so war der Anhänger ruck zuck leer. Auch hier wird eine Pfadfindergruppe aus Deutschland die Pakete verteilen. Letztes Ziel war dann Baia Mare. Hier hatte es viel Schnee. So mussten wir am Straßenrand in einen Sprinter umladen und die Güter damit in den Lagerraum bringen. Hier unterstützen wir auch eine Suppenküche für arme Kinder.

[singlepic id=573 w=600 h=240 float=] …letzte Station: Baia Mare

Auf freien Straßen kam ich dann ohne Zwischenfall wieder wohlbehalten zu Hause an. Überall erlebte ich Freude und Dankbarkeit. Tausende Kinder dürfen sich jetzt auf ein Weihnachtsfest mit einem Geschenk freuen. Für viele das erste Weihnachten mit Geschenk! Und gleichzeitig konnte ich die verschiedenen Stationen mit Lebensmitteln versorgen, so haben die Suppenküchen usw. auch wieder einen Vorrat.

Herzlichen Dank für alle Unterstützung bei unserer Arbeit!

Viele weitere Bilder: [aio_button align=”none” animation=”none” color=”gray” size=”small” icon=”none” text=”weitere Bilder” relationship=”dofollow” url=”https://www.dhhn.de/bilder-vom-winterhilfstransport-rumaenien/”]

Seit dem vergangen Jahr ist es sehr schwierig geworden, Hilfsgüter in der Ukraine durch den Zoll zu kriegen. Die neue Regierung ist Pro-russisch, ob es daran liegt? Unzählige Lkw-Ladungen mit Hilfsgütern von verschiedensten Organisationen warten in der ganzen Ukraine darauf, endlich freigegeben zu werden.

Trotzdem haben wir wieder einen Hilfstransport in die Ukraine gestartet. Geladen haben wir Krankenhausbetten, Rollstühle und medizinische Hilfsmittel in Frankreich. Wegen der Zollproblematik diesmal keinerlei Lebensmittel, Kleidung oder ähnliches. Ziel ist ein staatliches Krankenhaus in Ternopil, das gut mit unserem Dorfkrankenhaus zusammenarbeitet.

[singlepic id=545 w=600 h=240 float=] …unser Ziel in der Ukraine, das Krankenhaus von Ternopil

Gemeinsam mit Florian, der mir für einen Monat hilft, machten wir uns auf die Reise. Zuerst beim Zollamt in Horb den Lkw verplomben, dann ab in den Osten. Über Dresden, Wroclaw und Radom kamen wir nach knapp drei Tagen an die gefürchtete ukrainische Grenze. Am verhältnismäßig kurzen Rückstau kann ich problemlos vorbeifahren, die Abfertigung auf polnischer Seite geht recht zügig. Vor der ukrainischen Waage warten wir dann eine Stunde, dann Pass- und Papierkontrolle. Alles soweit ok. Nun heißt es Lkw parken und ins Zollgebäude, Stempel sammeln. Der Parkplatz ist erfreulich leer. Erste Station: SMAP. Strassenbehörde. Ja wo ist sie denn? An dem Büro, wo die entsprechenden Beamten immer saßen, steht was anderes. Ich frage einen Fahrer, und erschließe aus seiner Antwort, dass es die nicht mehr gibt! Ja klasse! Was hab ich mit den Jungs schon Terz gehabt! Also geh ich zum Zoll, der verweist mich zur Spedition. Die beiden Männer der Spedition machen in einer guten Stunde alle Papiere fertig und reichen sie beim Zoll ein. Und sage und schreibe vier! Stunden nach betreten der Grenze sind wir schon fertig! Das gab’s schon lange nicht mehr! Ein gemütliches Abendessen im Führerhaus und ein gute Nacht auf dem Parkplatz nach der Grenze folgte.

[singlepic id=551 w=600 h=240 float=] …herrliche Strassen 😉

[singlepic id=555 w=600 h=240 float=] …beim Fliegerdenkmal

Am nächsten Tag ging es dann auf die berühmt berüchtigt äußerst schlechte Straße Lvov-Ternopil. Zum Teil wurden wir selbst mit Schrittgeschwindigkeit arg durchgeschüttelt. Am frühen Nachmittag waren wir dann im Zoll von Ternopil, hier wurden die Papiere in Windeseile fertig gemacht. Und schon fuhren wir quer durch Ternopil ans städtische Krankenhaus. Im engen Hof musste ich ganz schön rangieren. Als dann noch eine Leiche vorbeigeschoben wurde, dachte ich, jetzt ist alles zu spät…

[singlepic id=543 w=600 h=240 float=] …im Krankenhaushof

Bei Abladen packten 20 Mann mit an, währenddessen wurde uns ukrainisches Krankenhausessen gereicht. Der Blick in die Küche schockierte uns, ich wollte gar nicht mehr von dem Krankenhaus sehen. Und mich vor allem mit nichts anstecken…

[singlepic id=534 w=600 h=240 float=] …die Köchin in Aktion

Am frühen Abend war der Lkw leer, das Lager voll und die Verantwortlichen bedankten sich bei uns von Herzen für die Betten und all die anderen wertvollen Dinge.

[singlepic id=538 w=600 h=240 float=] …beim Abladen

Auf der Heimreise machten wir noch einen kurzen Besuch im Jugendhaus in Uschgorod. Am Samstag dann über eine recht leere Grenze. Auch hier wurde wieder alles neu organisiert, man kann sogar sagen, verbessert! Ich muss jetzt zum Beispiel nicht mehr für meine nicht vorhandene Ladung (der Lkw ist ja leer) Stempel beim Vito- und Veterinärdoktor, und auch nicht mehr bei der Radiologie holen. Nur noch Waage, Papierkontrolle, Ladungskontrolle, Zoll, Pass. Fertig!

Über Ungarn und Österreich kamen wir dann am Montagabend wieder wohlbehalten daheim an.

Viele weitere Bilder: [aio_button align=”none” animation=”none” color=”gray” size=”small” icon=”none” text=”Bilder” relationship=”dofollow” url=”https://www.dhhn.de/blog/bilder-videos/bilder-vom-hilfstransport-in-die-ukraine-112013/”]

4127 km, 18000 Kilogramm Hilfsgüter, 520 PS, 2 Zollplomben. Nach dem Besuch beim Zollamt Horb geht es direkt auf die Strecke. Bei schönem Herbstwetter fahre ich durch Österreichern und Ungarn. Abends erreiche ich die rumänische Grenze, hier hat es einen langen Rückstau. Fast 4 km stehen die Lkws. Wie in alten Zeiten, als Rumänien noch nicht in der EU war. Zum Glück ging es relativ zügig vorwärts und nach zwei Stunden war ich schon an der Grenze. Waage, Kontrolle von CMR und Pass, und schon fertig.

[singlepic id=445 w=600 h=240 float=] …lange Wartezeit innerhalb der EU an der Grenze nach Rumänien

[singlepic id=441 w=600 h=240 float=] …herrliche Fahrt durch die Karpaten

Ich fuhr noch ein paar Kilometer bis zu einem Rasthof, wo ich dann die Nacht verbrachte. Am nächsten Morgen geht’s bei schönen Wetter weiter: Cluj, Dej, Bistrita und dann hoch in Karpaten. Herrliche Sicht. Jenseits der Karpaten wird’s neblig, oder besser rauchig. Kartoffelernte. In der Dämmerung sieht es richtig schön aus: Überall auf den Feldern brennen die Feuer, in denen das Kraut verbrannt wird. Zahlreiche Pferdewagen, beladen mit Kartoffeln, sind unterwegs. Bald bin ich an meinem Tagesziel, es ist schon dunkel. Ich freu mich auf einen schönen beleuchteten Parkplatz und ein Essen im Restaurant. Doch was ist das? Ein Erdhaufen versperrt für Lkws die Zufahrt. Schade. Weiter geht’s. Obwohl ich bei Dunkelheit hier gar nicht gerne fahre. Die Straßen werden schmäler und schlechter. Endlich finde ich einen Parkplatz an einem Restaurant. Dunkel und laut, immerhin steht noch ein anderer Lkw da.

[singlepic id=439 w=600 h=240 float=] …der unheimliche Parkplatz

Am nächsten Tag erreiche ich die moldawische Grenze, hier ist wenig los, die Beamten arbeiten gut, und so überquere ich die Grenze in guter Zeit. Bis Chisinau sind es noch zwei Stunden, bei einbrechender Dunkelheit erreiche ich die Hauptstadt und finde auf Anhieb den Zollhof Botanica.

[singlepic id=433 w=600 h=240 float=] …Ankunft am Zollhof

Am nächsten Tag dann das übliche: Banges Warten. Wird alles gut gehen? Wird bei der „Physischen“ Kontrolle nichts beanstandet? Andrei, der mir die Papiere macht, berichtet von schlechter Stimmung im Zoll. Das Zollamt soll evtl. geschlossen werden, eine Kommission ist da, die Kontrolle wird schwierig… Während ich im Lkw warte, geht er von Büro zu Büro…

Meine Wartezeit wird durch die Ankunft zweier Holländer aufgelockert. Sie haben auch einen Lkw mit Hilfsgütern. Wir unterhalten uns und so vergeht die Zeit. Das Motto der Holländer: Je schneller man fährt, desto besser. Denn dann fliegt man über die Löcher! J

Am Nachmittag kommt dann Andrei mit den Zöllnern, die Kontroller der Ladung verläuft gut. An dieser Stelle ein dickes Lob an unsere „Packfrauen“, die die Kleider alle sortieren. Es wurde nichts beanstandet! Ich bin von Herzen froh, dass sie so ordentlich sortieren! Was wäre, wenn auch nur eine Babystrampelhose gefunden würde? In Moldawien darf man keine Kleider für Kinder unter drei Jahren als Hilfsgüter mitbringen. Da kann der ganze Lkw zurückgeschickt werden!

Beim Abladen sind die Jungs dann wieder mit vollem Einsatz dabei. Ich lade in Moldawien immer im Lager des Gemeindebundes ab. Das ist super organisiert. Aus dem ganzen Land kommen in den nächsten Tagen Kleinbusse und holen sich ihren Teil der Hilfsgüter ab. So werden die Suppenküchen, Altenheime, Kinderheime und all die anderen sozialen Einrichtung, die sich um die Menschen in Not kümmern, mit unseren Hilfsgütern versorgt. Am frühen Abend sind sie fertig mit Abladen, doch ich beschließe, erst am nächsten Morgen die Heimreise anzutreten.

[singlepic id=432 w=600 h=240 float=] …Danke für euer fleissiges Abladen, Jungs!

Diesmal verlasse ich die Stadt ohne die sonst obligatorische „Polizisten-Anhauch-Alkohol-Kontrolle“. Am Vormittag erreiche ich die Grenze, vollgetankt natürlich. Direkt nach mir kommen die Holländer an. Sie haben mehr Glück, sie werden an den Schalter 8, ich an den Schalter 9 geschickt. Und siehe da, sie sind fast ne Stunde vor mir fertig. Über die Siret geht’s dann auf die rumänische Seite. Passkontrolle. Problem. Ich darf nicht einreisen. Vor zwei Jahren hätte ich eine Strafe wegen Überladung nicht bezahlt… Aber die hatte ich bezahlt. Nach langer Diskussion durfte ich dann zum Glück ausnahmsweise doch einreisen. Jetzt muss ich mal sehen, wie ich das für die Zukunft löse. Wenn sich da jemand auskennt, darf er sich gerne melden!

[singlepic id=428 w=600 h=240 float=] …auf der Heimreise.

Bei schönem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen geht es nun wieder gen Westen, über die schönen Karpaten, durch die ungarische Pusta nach Österreich und endlich nach Hause. Wieder mal bin ich von Herzen froh für alle Bewahrung unterwegs.

Weitere Bilder: [aio_button align=”none” animation=”none” color=”gray” size=”small” icon=”none” text=”Bilder” relationship=”dofollow” url=”https://www.dhhn.de/blog/bilder-videos/bilder-vom-hilfstransport-moldawien-102013/”]

Hilfstransport nach Bulgarien

Ein weiterer Hilfstransport nach Bulgarien startete im September. Über Österreich und Ungarn kam ich problemlos nach Rumänien, welches ich bei herrlichem Sonnenschein durchquerte. Ein kurzer Stop an einer historischen, aber noch verwendeten Eisenbahnbrücke. Wenn der Lkw auch so lange halten würde!

[singlepic id=415 w=600 h=240 float=] …die alte Brücke.

[singlepic id=417 w=600 h=240 float=] …unterwegs im Olt-Tal.

An der Grenze nach Bulgarien wurde mir endlich mal wieder die Brückengebühr erlassen, und so kam ich nach vier Tagen Fahrt wohlbehalten am Ziel an. Den nächsten Tag verbrachten wir mit Ausladen. Nun ist das Lager wieder voll und viele Menschen freuen sich auf Nachschub an Kleidern.

[singlepic id=319 w=600 h=240 float=] …Einparken am Kleiderlager.

Auf der Rückreise konnte ich mich in Rumänien noch mit ein paar Freunden treffen und einige Pakete aus Deutschland abgeben. Kurz vor der ungarischen Grenze habe ich dann noch einen Hilfstransport vom Hilfsdienst für Notleidende aus Pforzheim getroffen. Gemeinsam haben wir die Grenze überquert und im Hidi noch gemütlich Abendgegessen. Die restliche Rückreise verlief problemlos.

[singlepic id=423 w=600 h=240 float=] …Übernachtung.

Weitere Bilder: [aio_button align=”center” animation=”none” color=”gray” size=”small” icon=”none” text=”Bilder” relationship=”dofollow” url=”https://www.dhhn.de/blog/bilder-videos/bilder-vom-hilfstransport-nach-bulgarien-092013/”]