Bericht von Dominik: Mit vollem Lkw begann ich die Fahrt in Richtung Rumänien zu unserem diesjährigen Baueinsatz. Ich war schon mega gespannt auf die kommende Zeit, als Zimmermann liegt das bauen einfach im Blut. Der ein ohne andere Stau war schnell vergessen bei aller Vorfreude auf den kommenden Einsatz. In Inning war dann Feierabend für den heutigen Tag. Bei schönstem Wetter rollte ich dann bis Budapest und stockte tapfer durch ein wenig Stau und nahm dann wieder volle Fahrt auf in Richtung Rumänische Grenze. Der Tag neigte sich auch hier langsam zum Ende und die Sonne stand schon etwas tief als ich mich bei der, Gott sei Dank, kurzen Lkw Schlange einreihte. Pass und Fahrzeugschein wollte der nette Mann sehen und ich durfte passieren. Bei schönstem Abendrot ging es auf die Landstraße ins Landesinnere zu meinem Schlafplatz beim Busunternehmen Pletlt. Bei rumänischem Gemüse und Salat klang auch dieser Abend erfolgreich aus.

Der Geruch von verbranntem Gras weckte mich früh, was aber nicht weiter schlimm war denn heute galt ein straffes Programm. Ich musste nach Calan zur Suppenküche und dort einen Teil der Ladung abladen sowie nach Christian bei Sibiu zur Diakoniestation. Beides lief sauber zeitlich ineinander und ich durfte sogar noch die alte Kirche in Christian begutachten. Abends spazierte ich noch ein wenig durch die Altstadt von Sibiu und traf dabei Wandergesellen auf ihrer traditionellen Walz und hielt einen „Schnak“ mit ihnen wie sie das nennen.

Am Samstag ging es auch schon weiter nach Vurpar wo ich bei Familie Stefanie im Verteilzentrum die meisten Paletten mit Hilfsgütern auslud. Es war schön wieder bei ihnen zu sein. Mit ihnen zu reden und ein gutes Mittagessen zu genießen. Danach ging es dann in Richtung Bozed. Knapp 3h Fahrt in Richtung Norden. Auf den Straßen war wenig los und ich kam gut voran und trudelte am Abend bei Familie Roller ein,  wo für die kommenden zwei Wochen der Baueinsatz anstand. Der Empfang war herzlich und die Kinder wollten gleich wissen was ich denn alles dabei habe und fragten ununterbrochen bis ich nachgab und unter all den Paketen nach dem heiß ersehnten Trampolin suchte.

Am folgenden Sonntag startete früh morgens die Gruppe in Deutschland während ich den Tag bei Rollers verbrachte. Es tat gut einfach in der unberührten Landschaft Rumäniens zu sein. Zur Feier des Tages wollte Bernd gerne am Abend grillen. Ein Feuer wurde gemacht und in der Zwischenzeit war auch Familie Krauter eingetroffen die ebenfalls beim Baueinsatz mithalfen. Die Gruppe traf mitten in der Nacht ein und verteilte sich auf improvisierte Schlafplätze. Da waren der Lkw Container oder gar ein Anhänger voll mit Korn gerade Recht. Der erste Tag der neuen Woche begann entspannt und alle begrüßten sich, genossen ein gutes Frühstück und fanden sich erst mal in der Umgebung zurecht. Unsere Zelte für zwei Wochen wurden aufgeschlagen und auf der Baustelle wurden  die ersten Instruktionen besprochen.

So ging es dann auch gleich frisch ans Werk. Es galt den Anbau der im Vorjahr gestellt wurde, so gut wie möglich fertigzustellen. Die Außenwände sollten gedämmt und verputzt werden, Fenster mussten eingebaut werden, den Boden galt es mit Strohballen zu dämmen und der Estrich musste mit Fußbodenheizung verlegt werden, das Dach war noch abzuschließen, das Klo und die Wasserinstallationen mussten gemacht werden, die Innenwände wollten gedämmt und mit Gipskarton bekleidet werden, Elektroleitungen mussten gezogen werden, Wände gemauert werden…Und und und. Es war so klasse zu sehen wie sich die Freiwilligen mit Eifer ins Projekt stürzten und wirklich ihr Bestes gaben. Da wurde mit unterschiedlichsten mitteln die Dämmung für die Fassade gesägt oder nicht locker gelassen bröckelnde Lehmwände neu zu verfüllen obwohl es eine so undankbare Tätigkeit war. Wir schwitzten und schufteten im warmen Rumänien und genossen die erfrischende Abkühlung  jeden Abend im See, der dieses Jahr recht klar war.

Am Wochenende erkundeten wir Tirgu Mures und Schäßburg und durften sogar aufs Gelände der Familie Schaßer kommen die in Rumänien Jugendarbeit machen und dafür eine alte Kirchenburg renovieren. Es war genial das Herzblut dahinter zu sehen und Gruppe war sehr interessiert.

Auch in der zweiten Woche klotzen wir wieder voll ran und begannen mit dem Verputzen der Fassade und innen mit dem Anbringen des Gipskarton. Jeden Tag wuchs das Bauwerk und wurde zunehmend wohnlicher. Parallel lief auch das Kinderprogramm für die Jungs und Mädels aus dem Dorf, die sich sehr darüber freuten. Wir waren ein super Team und es entstand eine wunderbare Gemeinschaft.

Am Ende der Woche schauten wir auf ca. 100qm verputze und gedämmte Wandfläche, 100qm von verlegten Gipskartonplatten. 80qm verlegten Estrichs unzähligen Metern von Kabeln, Hochgezogenen Mauern und verspachtelten Lehmwänden. So genial was man erreichen kann. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal allen die mitgeholfen und geplant haben. Es wäre alles nicht so weit gekommen wenn Menschen es nicht  auf dem Herzen hätten so tatkräftig zu helfen.
Dankeschön!

107

Hier finden Sie weitere Fotos vom Einsatz: