Hilfstransport Rumänien

Bei leichten Schneeregen machte ich mich auf die lange Reise nach Rumänien, diesmal wählte ich wieder die Route über Braunau am Inn. Ich kam sehr gut voran und so erreichte ich abends um neun den Rasthof Göttlesbrunn, kurz vor der ungarischen Grenze. Doch dieser war hoffnungslos überfüllt, mit Ach und Krach konnte ich abgewinkelt noch einen Parkplatz ergattern. In Ungarn wurde das Wetter besser, ich entschied mich für die Grenze Varsand, da überall anders sehr viel los war. Ich kam auch gut rüber, doch bei der Antikorruptionsbehörde, der Anaf, auf rumänischer Seite war ein ganz genauer Beamte. Ihm fehlten ein paar Nummern bei der Adresse und so musste ich eine Weile warten, bis wir das Problem gelöst hatten.

An einem 15 km langen Rückstau entlang fuhr ich nach Rumänien rein, um dann auf schmalen Straßen Richtung Hunedoara zu fahren. Ich übernachtete an einem einsamen Parkplatz zwischen stillgelegte Bahnlinie und Straße und hatte eine ruhige Nacht.

Pünktlich zum Mittagessen erreichte ich die erste Abladestelle, die Suppenküche in Calan. Mit viel Elan und Freude luden wir bei leichten Nieselregen die für hier bestimmten Lebensmittel ab. Und schon ging es weiter, ein paar Stunden bis zur nächsten Abladestelle kurz vor Sibiu. Bei der Diakoniestation war sogar ein Radlader vorhanden und so waren die Lebensmittelpaletten schnell abgeladen. Die folgende Nacht verbrachte ich mit Sicht auf die schöne Stadt Sibiu, Schneefall setzte ein. Am nächsten Morgen war alles weiß.

Nächstes Ziel, 30 km weiter, war unser Verteilzentrum in Burgberg. Hier luden wir mit vereinten Kräften den ganzen Lkw aus. Alle waren mit Freude dabei und freuten sich über den Nachschub für die Menschen in Not. Endlich war der Lkw leer und die Scheune voll. Vor dem Mittagessen, welches sehr lecker war, tauschte ich noch die Container. So hatte ich wieder Gewicht auf dem Lkw und der Anhänger war leicht, denn ich hörte, dass in den Karpaten viel Schnee liegt.

Über Agnita, Mediasch und Tirnaveni kam ich nach Tirgu Mures, wo ich mich mit Bernd, dem Leiter des landwirtschaftlichen Projekts treffen konnte. Nach einem guten Gespräch luden wir noch die für ihn bestimmten Güter auf seinen Pritschenwagen und schon ging es weiter. Ich fuhr noch ein Stück Richtung Brasov und fand dann einen bewachten Parkplatz für die Übernachtung.

Das nächste Ziel, die Fackelträger, konnte ich nicht direkt an fahren. Denn es gab in der Nacht 40 cm Neuschnee. So kam Stefan mit einem Transporte an die Hauptstraße und holte die Dinge ab. Nun lagen die Karpaten vor mir, die ich überqueren musste. Ich war gespannt, wie ich wegen der Schneeverhältnisse vorankommen würde. Doch die Straßen waren frei, die einzige Herausforderung waren die zahlreichen tiefen Schlaglöcher. So erreichte ich problemlos auf der anderen Seite der Karpaten ein neues Projekt, welches wir unterstützen. Auch hier war die Freude über die Hilfsgüter groß. Mit vereinten Kräften waren die Lebensmittel, Kleidung, Schulranzen und andere Dinge schnell ausgeladen. Am nächsten Morgen machte ich mich auf den Weg weiter in den Süden, zur letzten Abladestelle, eine Kirchengemeinde. Auch hier waren viele Leute mit Freude dabei, die Hilfsgüter abzuladen, und endlich war der Lkw leer.

So konnte ich mich wieder auf die lange Heimreise machen. Quer durch Rumänien kam ich am Sonntagabend an die ungarische Grenze bei Oradea. Da sonntagabends immer ein riesiger Rückstau ist, wollte ich direkt vor der Grenze übernachten. Doch komischerweise waren an der Grenze nur sechs Lkw vor mir, und so reiste ich noch nach Ungarn ein. Nach der Grenze waren alle Parkplätze voll, doch kurz vor Szolnok kannte ich einen abgelegenen Platz auf dem ich in Ruhe übernachten konnte. Die weitere Heimreise über Österreich nach Deutschland war völlig problemlos. Vielen Dank an jeden, der mit seiner Sach- oder Geldspende auch diesen Hilfstransport wieder unterstützt hat. Gemeinsam können wir den Menschen in Not Hilfe bringen, was gerade jetzt in Zeiten von Corona so nötig ist.

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