Bericht vom DHHN HANDS-team Einsatz Bozed Rumänien 2013

Nach einem heißen Tag geht gerade die Sonne unter, als sich kurz nach der rumänischen Grenze der DHHN Lkw voller Hilfsgüter und zwei Kleinbusse mit jungen Leuten treffen. Wir befinden uns auf einem heruntergekommenen Lkw-Parkplatz, wo wir die Nacht verbringen werden. Wir, das H.A.N.D.S-team, werden in den nächste zwei Wochen Hilfsgüter verteilen und in Rumänien ganz praktisch anpacken und helfen.

…fröhliches Abladen der Hilfsgüter bei der Suppenküche.

Am nächsten Tag ist die erste Station die Suppenküche von Angelika und Matthias bei Calan. Hier laden wir ein paar tausend Kilogramm Lebensmittel und Waschmittel ab. Mühsam Paket für Paket von Hand, doch in der Kette kommt viel Spaß auf. Und bei Angelika und Matthias leuchten die Augen, sie freuen sich, dass sie wieder Nachschub haben um den ärmsten der Armen Hilfe zu bringen.

…und im Verteilzentrum.

Weiter geht’s, nächstes Ziel ist das DHHN-Verteilzentrum in Burgberg. Bei strahlendem Sonnenschein laden wir den kompletten Lkw und einen Teil des Anhängers aus. Susanne und Tenni freuen sich, dass sich die Scheune mit Hilfsgütern füllt. So können sie wieder dringend benötigte Hilfsgüter an die Bedürftigen weitergeben.

Bei einem kräftigen und leckeren Mittagessen erzählt uns Susanne aus der Geschichte ihrer Familie, sie sind Siebenbürger Sachsen und wie es den Menschen in Rumänien heutzutage geht. Sie bereichtet, dass immer wieder Menschen an ihrem Hoftor klopfen und um Hilfe bitten. Für Susanne und Tenni ist es eine große Herausforderung zu entscheiden, wer Hilfe bekommt. Da gibt es die einen, die wirklich Not leiden und nicht daraus herauskommen, und die anderen, die alles versaufen. Aber was kann ein kleines Kind dafür, wenn der Vater das geringe Einkommen vertrinkt? Wir wünschen Susanne und all den anderen Menschen, die solche Fragen entscheiden müssen, viel Weisheit!

Nach einem Spaziergang durchs Dorf geht’s weiter zum DHHN-Kinderheim nach Bazna. Auch hier laden wir Hilfsgüter ab und genießen mit Melonen die Zeit mit den Kindern. Die Begeisterung ist auf beiden Seiten groß!

…am Kinderheim.

Spät abends kommen wir dann in Bozed an. Hier werden wir die nächsten zwei Wochen tatkräftig helfen. Nach einer Nacht unter dem Sternenhimmel richten wir am nächsten Morgen erst mal unser Lager ein, Zelte aufbauen, Küche einrichten, Dusche bauen.

Am Nachmittag geht’s dann los. In den zwei Wochen haben wir verschiedene Projekte, durch die wir Bernd und Fränzi helfen:

  • Wir pflücken die Aronia-Beeren und hacken danach die ganze Plantage, die wir letztes Jahr eingezäunt hatten.

…Aronia Beeren sind schwarz….

  • In zwei Gebäuden renovieren wir die Innenräume, ganz klassisch rumänisch. Zuerst sind wir in brütender Hitze in die Lehmgrube, die ganz vertrocknet ist. Mit Pickel und Hacke mussten wir den Lehm abschlagen, eine richtig anstrengende Arbeit. Danach den Lehm mit Wasser stampfen. In den Räumen haben wir zum Teil den alten Putz komplett, zum Teil nur die losen Stellen entfernt. Und dann alles schön ordentlich mit Lehm wieder verputzt. Das hatte vorher noch niemand von uns gemacht, aber das Ergebnis ist echt schön geworden und die jungen Leute sind berechtigt stolz darauf.

…Lehmputz auftragen.

  • Im Wohnhaus von Rollers haben wir die Decke isoliert, mit Strohballen. Eine schweißtreibende Angelegenheit. Hoffentlich haben es die Rollers dann diesen Winter wärmer…

…isolieren mit Strohballen.

  • Durch eine verwilderte Hecke mussten wir einen Zaun ziehen, also erst mal ein Schneise mit Motorsäge und Baumschere schlagen.  Danach fuhren wir in den Wald um Bäume zu fällen und daraus Zaunpfosten machen. Als nächstes dann  Löcher graben und einen ordentlichen Zaun aufbauen.

…Projekt Zaunbau.

  • In der zweiten Woche hatten wir nachmittags für die Kinder von Bozed ein tolles Kinderprogramm, die Kinder waren begeistert und mit viel Spass dabei. Viele Kinder kannten wir vom letzten Jahr. Neben lustigen Spielen, Bastelarbeiten und fröhlichem Singen lernten die Kinder auch den Psalm 23 auswendig.

…viel Freude beim Kinderprogramm.

  • Und dann noch all die kleinen Aufgaben: Jeden Morgen um sechs Ziegen Melken und auf die Weide bringen, für Rollers ein neues Bett bauen, das Plumpsklo leeren, beim Traktor das reparierte Getriebe einbauen, die Hofeinfahrt richten, ein Hoftor reparieren…

Eine wirklich ausgefüllte Zeit! Am Wochenende hatten wir einen schönen Ausflug, haben Schäßburg besichtigt. Etwas Kultur muss sein. J

Wir haben uns voll gefreut, dass wir auch ganz in der Nähe einen See entdeckt haben, mit „Sprungturm“. Wir waren fast jeden Abend dort um uns abzukühlen uns zu waschen…

Eine besondere Herausforderung war ein Virus, fast jeden hat es mal erwischt. Ein Tag „Magen-Darm“, danach war wieder alles gut.

Insgesamt blicken wir auf einen guten und effektiven Einsatz zurück. Wir freuen uns, dass wir so viel praktisch helfen konnten.