Noch vor dem Winter haben wir einen weiteren Hilfstransport mit vielen warmen Kleidern, Decken, Matratzen und Waschmittel nach Albanien gefahren. Mit den Hilfsgütern werden die Menschen in den verarmten Bergdörfern rund um Pogradec am Ohridsee versorgt. Ein Transport wie jeder andere? Nein, sicher nicht!

Doch fangen wir vorne an:

Donnerstagnacht. Unser Lkw fährt durch den dichten Nebel bis Merklingen, wo ich auf dem Autohof erfolglos einen Parkplatz suche. Alles voll! In einer Nebenstraße finde ich noch ein Plätzchen.

Freitagmorgen: Die Sonne scheint, es klopft am Fahrerhaus: Matthias, mein Beifahrer ist da und so können wir direkt starten. Über München geht’s nach Salzburg. Hier verlassen wir die übliche „Hilfstransport-Routine“ und fahren auf der Autobahn bei herrlichen Sonnenschein gen Süden. Oben am Felbertauerntunnel hat es etwas Schnee, doch den haben wir bald wieder vergessen. Über Udine und Triest kommen wir bei herrlichem Sonnenschein noch bis Slowenien, wo wir kurz nach der Grenze eine stürmische Nacht verbringen.

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Samstag: Früh geht’s weiter, auf der Landstraße schnell durch Slowenien, so sparen wir die teure Maut. Bei Rijeka gibt’s am Rasthof einen Kaffee mit Meeresblick bei herrlichem Sonnenschein. Wir folgen der Küste, doch bei Senj geht’s hoch in die Berge zur Autobahn. Nebel und Regen sind unsere Begleiter, bis war am frühen Abend bei Ploce wieder ans Meer kommen und bei einem herrlichem Sonnenuntergang die Weiterfahrt genießen. Bei Neum geht’s für 5km durch Bosnien, doch zum Glück muss man keine Zollpapiere machen. Am späten Abend parken wir dann hoch über Dubrovnik an einem Aussichtspunkt, wo wir übernachten.

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Sonntag: Heute haben wir zwei „richtige“ Grenzen vor uns. Die Einreise nach Montengro erfolgt problemlos. Während wir vor dem Fenster des Zollamts stehen und auf unsere Papiere warten, hält ein Tourist mit seinem Auto bei uns an und möchte uns seinen Pass zeigen… J Bei Bijela nehmen wir wieder die Abkürzung und setzen mit der Fähre über. Weiter nach Podgorica und am späten Nachmittag kommen wir an die albanische Grenze. Hier ist das übliche Durcheinander, aber wir kommen gut durch und werden problemlos und schnell abgefertigt. Kurz nach Shkoder übernachten wir an einer Tankstelle. Hier wird uns gleich wieder die ganz andere Mentalität der Albaner vor Augen geführt: Zuerst schwätzt der Parkplatzwächter ausgiebig mit uns, dann noch die Tankwarte. Ein paar Brocken deutsch müssen reichen… Nach einem guten Abendessen im Restaurant haben wir eine ruhige Nacht.

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Montag: Albanien liegt vor uns. Chaotischer Straßenverkehr, Esel und Pferde, Menschen und Tiere, Autos, Lkws, Busse und sonstige Fahrzeuge teilen sich äußerst spontan die Straße. Und wir mittendrin. Über Durres und Peqin geht’s nach Elbasan, und dann hoch in die Berge Richtung Pogradec. Doch das Wetter ist herrlich und abgesehen von einem kleinen ungewollten Abstecher an den Hafen von Durres kommen wir gut bis zum vereinbarten Treffpunkt, dem Hotel Odessa. Hier Essen wir eine Kleinigkeit, besichtigen ein paar der tausende albanischen Bunker und fahren dann mit Nardi, dem Leiter der Diakonia Albania, zum Zoll in Qafe Thane. Hier stellen wir den Lkw ab. Nardi nimmt uns mit nach Pogradec, er erzählt uns viel von der großen Not im Land und zeigt uns die Stadt.

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Dienstag: Am Nachmittag sind endlich die Zollpapiere fertig und wir können den Lkw auf der schlechten Straße nach Pogradec fahren. 20km Baustelle, das bedeutet zum großen Teil Schrittgeschwindigkeit. Im Lager von Diakonia angekommen geht’s gleich ans abladen. 8 motivierte Männer packen mit an, und so füllt sich das Lager und der Lkw wird leerer. Begleitet von viel Spaß und Lachen merken wir gar nicht, wie die Zeit vergeht. Immer wieder fällt die Glühbirne aus, doch irgendwann ist der Lkw leer und wir gehen alle gemeinsam ins Büro, wo wir uns mit einer leckeren Erbsensuppe stärken. Die Helfer freuen sich schon, wenn sie dann die Hilfsgüter in die Hände der Bedürftigen geben dürfen.

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Mittwoch bis Freitag: Heimreise. Gleiche Strecke wie auf der Hinfahrt, schönes Wetter, gute Gemeinschaft, außer Ulm-Stuttgart kein Stau. Dankbar blicken wir auf den Transport zurück, es ist nicht selbstverständlich, dass wir immer wieder ohne Schaden oder Unfall zurückkommen. Und besonders dankbar sind wir, dass Sie mit Ihrer Spende dazu beitragen, dass wir gemeinsam Hilfe zu den Bedürftigen bringen können. Wenn nicht jetzt, wann dann!

 

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