Die erste eigene Tour alleine. Ziel ist das Dorfkrankenhaus in Ilavtse. Ich check all meine Papiere und mach meine Runde um den Lkw. Es passt alles. Kühlschrank hab ich gefüllt es kann losgehen. Es ist Samstag und kaum Lkw´s auf den Straßen. So fahr ich zügig über die Autobahn in Richtung Salzburg. Ungewöhnlich viele Autos stehen auf dem Seitenstreifen. Der eine hat einen Platten beim nächsten qualmt der Motor beim anderen ist wieder was anderes. Gott sei Dank läuft beim Lkw alles und so komm ich dank Samstagsfahrverbot für gewerbliche Lkw´s bis nach Melk in Österreich und verbringe dort die Nacht.

Bei herrlicher Morgenkulisse fahr ich am nächsten Tag weiter und erfreu mich aufs Neue an freien Grenzen und Autobahnen. Mit schnellen Schritten nähere ich mich der Ungarisch-Ukrainischen Grenze. Vorbei am Turul Monument bei Tatabanya erwische ich die perfekte Zeit um Budapests Baustellenstaus zu umgehen. Die Grenze ist nun in Sicht und noch besser, sie ist menschenleer. Ein paar Kontrollen und Stempel und schon geht’s auf die Ukrainische Seite. Auch dort läuft es wie am Schnürchen und dank Slavik vom Jugendhaus sind die Zollpapiere schnell gemacht. Die Wartezeit nutzte ich besonders effektiv und lerne wie man mit Hilfe einen Akkuschrauber´s einen großen Stapel Papiere locht, die ukrainischen Zöllner machen es vor. Höchst interessant.

Nach einer erholsamen Nacht im Jugendhaus nehm ich die nächste Etappe nach Ternopil in Angriff. Über malerische Landstriche fahr ich auf maroden Straßen und engen Dörfern Ternopil entgegen. Auch vor Kontrollen bleib ich nicht verschont, doch die Beamten sind stets freundlich und wünschen mir eine gute Weiterfahrt. Gegen Abend erreiche ich dann nach ein wenig Suchen den Zollhof in Ternopil und konnte beruhigt einen kleinen Stadtspaziergang durch den Park machen und den ein oder anderen Laden besuchen. Schon mal abends um 22.00 Uhr Blumen gekauft?

Nun waren es mit mir vier Lkws auf dem Zollhof und ich wartete auf die Leute vom Krankenhaus von Ilavtse. Schneller als gedacht ging es dann auch schon los. Ab auf die „Schnellstraße“ in Richtung Terebowlija (mehr Bodenwellen als auf der Nordsee bei Sturm) und dann die kleinen Landstraßen nach Ilavtse. Freudig wurde ich empfangen und alle packten kräftig mit an, die schweren Krankenhausbetten und all die Kleider die ich geladen hatte ins Lager zu räumen. Jeder hatte seine Aufgabe, es war genial. Nach getaner Arbeit wurde ich noch zu einer Stadtführung eingeladen und so wurde ich mit dem Krankenwagen nach Ternopil zurück gebracht und wir redeten über die Hilfstransporte, bevorstehende Projekte und natürlich über die Stadt. Ternopil hat einen riesigen See mit einer kleinen Insel und einer tollen Aussicht. Nach einem guten Abendessen ging es wieder zurück zum Krankhaus wo ich mich duschen konnte und meine Nacht verbrachte.

Früh startete ich dann zu meiner Rückreise. Es galt nun die knapp 1700km wieder zurück zu fahren. Das Wetter war herrlich und ich traf am Abend beim Jugendhaus ein wo ich nochmal einen Zwischenstopp machte um mich auszuruhen und fit für die Grenze zu sein. Die stand auch recht schnell bevor und zog sich mega lang. Aber kommt Zeit kommt Rat. Alles verlief ohne Probleme und so befand ich mich nach knapp 5h Grenzwahnsinn auf ungarischem Boden. Ich schaffte es dann noch bis nach Alland in Österreich an diesem Tag und hatte somit noch genau die Richtige Menge an Fahrzeit für die letzten Kilometer nach Hause. Dachte ich zumindest.

Mit 10h sollte ich es eigentlich locker nach Hause schaffen. Aber ich wollte auf keinen Fall in die Berufsverkehre geraten, und deshalb versuchte ich entsprechend zeitversetzt zu fahren. Mit einer kleinen Schwimmrunde am Mondsee sah ich eigentlich meinen Plan aufgehen, doch vor München geriet mein Plan jäh ins Straucheln, Stau um die ganze Umfahrung. Doch halb so wild. Alles entzerrte sich zügig und nach einer weiteren längeren Pause in Adelsried konnte ich ohne weitere Verzögerungen und einem wundervollen Sonnenuntergang bis nach Spielberg fahren. Ich bin Mega Dankbar für alle Bewahrung und den Segen den wir bringen und sein durften. Danke auch für alles Vertrauen mir gegenüber solch eine Fahrt zuzumuten. Vielen Dank und liebe Grüße an alle die diese Transporte möglich machen.

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Hier finden Sie weitere Fotos und ein Video vom Einsatz: