Ich hatte alle meine Habseligkeiten im Lkw verstaut an diesem Dienstagmorgen. Die Tachoscheibe war eingelegt, das Fahrzeug gecheckt und nun wollte ich starten um die Container beim Zoll verplomben zu lassen. So weit so gut, bis mir auffiel das ich mein Handy zuhause vergessen hatte. Also nochmal alles stehen gelassen und fix nach Hause gefahren um das Handy zu hohlen.
Gegen 11 Uhr war dann alles abgewickelt. Handy war da, Plomben an den beiden Containern dran und Lebensmittel hatte ich für die Fahrt auch beisammen. Endlich konnte es losgehen. Bei schönstem Sonnenschein und warmen Temperaturen flogen die ersten Kilometer rasch vorbei. Es lief alles ohne Probleme. Der Verkehr war super. Auch der Grenzübergang Deutschland Österreich war ohne Probleme oder Staus. Ich schaffte es trotz der Verspätung bis St. Pölten und hatte eine wunderbare Nacht. Weiter ging die Reise dann in Richtung Ungarn. Hier wurde jeder Einreisende an einem Polizisten vorbeigeleitet doch auch hier keinerlei Verzögerungen. Ab Budapest wurde es mächtig warm. Die Anzeige datierte 32 Grad. Bei offenen Fenstern und Fahrtwind war das aber keine Herausforderung.

Zum Abend hin erreichte ich mein Nachtquartier etwa 30km vor der ukrainischen Grenze.
Ich betete das die Grenze ohne Probleme aufwarten würde und siehe da, keine Lkw Schlange vor dem ersten Zollposten. Das übliche Papierprozedere ging auf ungarischer Seite zügig von statten und so passierte ich bald die Brücke zur ukrainischen Seite. Slawik empfing mich dort und half mir beim Abwickeln der Papiere. Zur Mittagszeit durfte ich dann einreisen und zum Zollhof von Ushgorod fahren. Zu meiner Überraschung war die stets schlaglochübersäte Zufahrtsstraße geteert worden und so konnte ich mit unglaublichen 30km/h zum Zollhof fahren, neuer Geschwindigkeitsrekord. Wegen Corona waren wenige Zollbeamte im Dienst aber dennoch wickelte Slawik alle Formalitäten zügig ab. Ich durfte nach kurzem warten zum Jugendhaus fahren wo die Jungs bereits warteten.
Den Lkw an die Rampe rangiert und schon ging es los mit abladen. Alle Jungen packten mit an und so konnten wir alles zügig verstauen. Textilien, Schultafeln und Möbel alles wurde ins Lagerhaus gebracht und anschließend verplombt. Die Jungs warensehr freudig über den Besuch und wollten gleich wissen ob ich mit ihnen zum nahegelegen See gehen würde. Das ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen und so erfrischten wir uns am Nachmittag im kühlen Nass. Es ist wunderbar zu sehen wie die Jungs es genießen im Jugendhaus. Sie sind dankbar für die Hilfe die sie bekommen und sie begeistern sich für die kleinen Dinge. So war es einem der Jungen eine große Freude mir ein typisch ukrainischen Nationalgetränk, Kwas genannt, zu spendieren. Der Geschmack ist gewöhnungsbedürftig aber man kann es trinken.


Am nächsten Tag hieß es dann wieder für mich Abschied zu nehmen. Wie immer ist es ein herzlicher Abschied und von den Mitarbeitern und Jungen wurde ich mit herzlichen Grüße vom Gelände hinausgeleitet.
Die Grenze war auch diesmal staufrei und ich konnte ohne Probleme zur Waage auf ukrainischer Seite durchfahren. Zwei Zöllner erwarteten mich und hofften auf ein gutes Angebot meinerseits. Doch so läuft das nicht und nach einigem warten gaben sie sich mit einer Tafel Schokolade zufrieden. Doch damit sollte es noch nicht getan sein. Als ich in dem Zollbereich war verhandelte ein weiterer Zöllner mit mir das er Geld haben möchte sonst bekäme ich den Stempel nicht den ich brauche um ausreisen zu können. Ich gab ihm klar zu verstehen das ich kein Geld gebe, dass passte ihm aber scheinbar nicht und er lief einfach davon. Gut dachte ich,  mach ich einfach die Papiere beim Zollhaus. Das lief auch ohne Probleme und so war ich nun wieder gezwungen mit dem Zöllner zu sprechen damit er mir doch den Stempel gibt. Doch der ließ nicht locker. Aber ich blieb ebenfalls hart und  konnte es dann auf zwei Tafeln Schokolade abhandeln. Hätte mir jemand mal gesagt das Schokolade mir helfen wird Länder zu überqueren, ich hätte es wohl nicht geglaubt. Nun hatte ich endlich halle Stempel und konnte ausreisen. Ungarn ging dieses Mal richtig schnell und so war ich nach 2h Grenze wieder auf der Straße in Richtung Heimat. Gott sei Dank das es alles so gut lief.

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