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2021 11 Hilfstransport Albanien

 

Der Albtrauf, das Umfahren des Staus hat durchaus schöne Seiten!

Ab der Albhöhe hatte ich Nebel. Mal nur 20m Sichtweite, mal 200m. Doch mit angepasster Fahrweise bin ich heil durchgekommen, jetzt bin ich hier über dem Dunst und freue mich auf die Nacht in der Koje. Ich bin gespannt, welches Wetter mich auf der Alpensüdseite erwartet.

Reichlich Stau am Freitag in Deutschland

Zum Feierabend erreichte ich einen meiner Lieblings-Rasthöfe, die Tauernalm kurz vor dem Tauerntunnel. Nach einer guten Nacht ging es weiter gen Süden, in den Alpen schien sogar die Sonne.

Weiter über Villach an Udine vorbei nach Triest. Dann bei Koper nach Slowenien rein und gleich wieder nach Kroatien ausreisen. Völlig problemlos. Nun durch Istrien und dabei das Autobahn Y abkürzen. So kam ich Abends ein Stück nach Rijeka an die Adria, wo ich meinen nächsten Übernachtungsplatz bei 15 Grad erreichte.

Am nächsten Morgen wachte ich bei Sonnenschein auf.

Leider sind die Zollpapiere in Albanien noch nicht fertig und so trödelte ich gemütlich weiter Richtung Süden. Bei Neum für 5km durch Bosnien gefahren, die Brücke ist bald fertig. Dann kann man so durch ganz Kroatien fahren, allerdings kann man dann in Bosnien nicht mehr günstig tanken. Eine schöne Nacht am Meer kurz vor Dubrovnik folgte.

Die Einreise nach Montenegro war dank carnet TIR problemlos, die kurze Fährfahrt schön und auch die Ausreise und anschließende Einreise nach Albanien verlief gut. Nun bin ich im Zollhof bei Tirana und warte, bis irgendwann die Genehmigung kommt. Mal sehen, wann es weitergeht. Aber immer wieder scheint die Sonne, es ist warm, ich bin frisch geduscht, und ich habe sogar eine recht saubere Toilette gefunden. Es könnte also noch deutlich schlimmer sein!

Jetzt beginnt die dritte Nacht auf dem Zollhof Tirana. Papiere sind jetzt alle da, doch wir haben beim Beladen einen mir noch nicht erklärlichen Fehler gemacht: Ich habe 1500kg mehr Hilfsgüter dabei als ich auf der Liste geschrieben habe. Dafür muss jetzt der ganze Lkw am Zoll ausgeladen und wieder eingeladen werden und wir müssen eine Strafe bezahlen. Morgen vormittag noch den Anhänger aus und wieder einladen, dann kann ich die letzten Stunden zum Ziel fahren und dort wieder abladen….

Welch ein Tag! Heute Morgen den Lkw am Zoll abgeladen (gestern schon den Anhänger), alles vom Zoll kontrolliert und wieder eingeladen. Natürlich hat nicht mehr alles reingepasst, so musste der Gelände-Lkw der Diakonia noch kommen… Dann stundenlang auf Papiere warten, wir sind zum Glück ohne Strafe davongekommen. Um 15:30 Uhr endlich Abfahrt nach Pogradec zu Diakonia, um 19:30 Uhr dort angekommen und los gings mit Abladen. Jetzt sind wir alle dankbar und todmüde, doch der Lkw ist leer!

Gute Nachricht: In Albanien noch den Lkw vom Lossburger Hilfswerk getroffen und jetzt wieder die EU (Kroatien) erreicht.
Schlechte Nachricht, nur mit Ach und Krach. Stehe jetzt kurz nach der Grenze, der Lkw ist nicht mehr fahrbereit. Das Mittellager der Kardanwelle ist defekt und die nächste Werkstatt sehr weit.

Hier bin ich heute morgen aufgewacht. Bin dann noch 2km weiter zu einer Tankstelle „gehumpelt“ mit 8kmh. Mir wurde eine Werkstatt in 10km Entfernung am Flughafen Dubrovnik empfohlen. Dort kann ich morgen um 7 Uhr anrufen. Ich hoffe, dass sie den Schaden für mich reparieren und das benötigte Teil schnell bekommen. Aber hier scheint die Sonne und es geht mir gut. Einen schönen Sonntag wünsche ich! Ich habe einen langen Spaziergang gemacht und die Landschaft genossen.

Es beginnt zu werden. Aus Deutschland telefoniert ein kroatisch sprechender Unterstützer für mich hier herum. Von der großen Werkstatt gab es eine Absage, sie haben keine Zeit. Doch uns wurde ein Mechaniker vermittelt. Er war gerade hier bei mir und hat sich die Geschichte angeschaut. Er probiert jetzt, das Teil zu bekommen. Wenn es in Dubrovnik verfügbar ist, baut er es heute Nachmittag ein, ansonsten morgen.
Gerade regnet es hier kräftig, aber heute Nachmittag und morgen soll es nachlassen. Alles wird gut!

Es geht voran! Gerade war der Mechaniker noch mal da. Er kriegt voraussichtlich doch noch heute das Teil. 2km weiter gefahren, Anhänger und Container abgestellt und eine extrem steile Einfahrt in den Hof einer Werkstatt gefahren. Hier ist dann auch alles Werkzeug da, um die Reparatur durchzuführen. Es wird! 👍

Geschafft! Das Teil kam doch schon heute, der Mechaniker hat den halben Tag mit vollem Einsatz in strömendem Regen gearbeitet.
Jetzt ist alles fertig, weiter geht’s, die Heimat ruft! Danke an jeden, der sich wie auch immer eingebracht hat!

Dreiländertag: Nachdem ich es gestern nach der Reparatur noch bis an die Krka Schlucht geschafft hatte, ging es heute weiter durch Kroatien. Wegen der starken Bora (Sturm) war die Autobahn hoch aufs Velebit-Gebirge gesperrt, die Umleitung über Landstraßen war weit und fahrerisch herausfordernd, aber landschaftlich wunderschön.
In Slowenien wurde mir ganz unkompliziert die Mautbefreiung verlängert und jetzt in Österreich ist wegen des neuen Lockdown alles wie ausgestorben und die Autobahn frei. Der einzig positive Aspekt.

In Deutschland noch eine Vollsperrung umfahren, überland durch das wunderschöne Bayern.

Nach 13 Tagen wieder dankbar daheim angekommen.
Vielen Dank an jeden, der diesen Transport, auf welche Weise auch immer, unterstützt hat!

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