Der Albtrauf, das Umfahren des Staus hat durchaus schöne Seiten!

Ab der Albhöhe hatte ich Nebel. Mal nur 20m Sichtweite, mal 200m. Doch mit angepasster Fahrweise bin ich heil durchgekommen, jetzt bin ich hier über dem Dunst und freue mich auf die Nacht in der Koje. Ich bin gespannt, welches Wetter mich auf der Alpensüdseite erwartet.

Reichlich Stau am Freitag in Deutschland

Zum Feierabend erreichte ich einen meiner Lieblings-Rasthöfe, die Tauernalm kurz vor dem Tauerntunnel. Nach einer guten Nacht ging es weiter gen Süden, in den Alpen schien sogar die Sonne.

Weiter über Villach an Udine vorbei nach Triest. Dann bei Koper nach Slowenien rein und gleich wieder nach Kroatien ausreisen. Völlig problemlos. Nun durch Istrien und dabei das Autobahn Y abkürzen. So kam ich Abends ein Stück nach Rijeka an die Adria, wo ich meinen nächsten Übernachtungsplatz bei 15 Grad erreichte.

Am nächsten Morgen wachte ich bei Sonnenschein auf.

Leider sind die Zollpapiere in Albanien noch nicht fertig und so trödelte ich gemütlich weiter Richtung Süden. Bei Neum für 5km durch Bosnien gefahren, die Brücke ist bald fertig. Dann kann man so durch ganz Kroatien fahren, allerdings kann man dann in Bosnien nicht mehr günstig tanken. Eine schöne Nacht am Meer kurz vor Dubrovnik folgte.

Die Einreise nach Montenegro war dank carnet TIR problemlos, die kurze Fährfahrt schön und auch die Ausreise und anschließende Einreise nach Albanien verlief gut. Nun bin ich im Zollhof bei Tirana und warte, bis irgendwann die Genehmigung kommt. Mal sehen, wann es weitergeht. Aber immer wieder scheint die Sonne, es ist warm, ich bin frisch geduscht, und ich habe sogar eine recht saubere Toilette gefunden. Es könnte also noch deutlich schlimmer sein!

Jetzt beginnt die dritte Nacht auf dem Zollhof Tirana. Papiere sind jetzt alle da, doch wir haben beim Beladen einen mir noch nicht erklärlichen Fehler gemacht: Ich habe 1500kg mehr Hilfsgüter dabei als ich auf der Liste geschrieben habe. Dafür muss jetzt der ganze Lkw am Zoll ausgeladen und wieder eingeladen werden und wir müssen eine Strafe bezahlen. Morgen vormittag noch den Anhänger aus und wieder einladen, dann kann ich die letzten Stunden zum Ziel fahren und dort wieder abladen….

Welch ein Tag! Heute Morgen den Lkw am Zoll abgeladen (gestern schon den Anhänger), alles vom Zoll kontrolliert und wieder eingeladen. Natürlich hat nicht mehr alles reingepasst, so musste der Gelände-Lkw der Diakonia noch kommen… Dann stundenlang auf Papiere warten, wir sind zum Glück ohne Strafe davongekommen. Um 15:30 Uhr endlich Abfahrt nach Pogradec zu Diakonia, um 19:30 Uhr dort angekommen und los gings mit Abladen. Jetzt sind wir alle dankbar und todmüde, doch der Lkw ist leer!

Gute Nachricht: In Albanien noch den Lkw vom Lossburger Hilfswerk getroffen und jetzt wieder die EU (Kroatien) erreicht.
Schlechte Nachricht, nur mit Ach und Krach. Stehe jetzt kurz nach der Grenze, der Lkw ist nicht mehr fahrbereit. Das Mittellager der Kardanwelle ist defekt und die nächste Werkstatt sehr weit.

Hier bin ich heute morgen aufgewacht. Bin dann noch 2km weiter zu einer Tankstelle „gehumpelt“ mit 8kmh. Mir wurde eine Werkstatt in 10km Entfernung am Flughafen Dubrovnik empfohlen. Dort kann ich morgen um 7 Uhr anrufen. Ich hoffe, dass sie den Schaden für mich reparieren und das benötigte Teil schnell bekommen. Aber hier scheint die Sonne und es geht mir gut. Einen schönen Sonntag wünsche ich! Ich habe einen langen Spaziergang gemacht und die Landschaft genossen.

Es beginnt zu werden. Aus Deutschland telefoniert ein kroatisch sprechender Unterstützer für mich hier herum. Von der großen Werkstatt gab es eine Absage, sie haben keine Zeit. Doch uns wurde ein Mechaniker vermittelt. Er war gerade hier bei mir und hat sich die Geschichte angeschaut. Er probiert jetzt, das Teil zu bekommen. Wenn es in Dubrovnik verfügbar ist, baut er es heute Nachmittag ein, ansonsten morgen.
Gerade regnet es hier kräftig, aber heute Nachmittag und morgen soll es nachlassen. Alles wird gut!

Es geht voran! Gerade war der Mechaniker noch mal da. Er kriegt voraussichtlich doch noch heute das Teil. 2km weiter gefahren, Anhänger und Container abgestellt und eine extrem steile Einfahrt in den Hof einer Werkstatt gefahren. Hier ist dann auch alles Werkzeug da, um die Reparatur durchzuführen. Es wird! 👍

Geschafft! Das Teil kam doch schon heute, der Mechaniker hat den halben Tag mit vollem Einsatz in strömendem Regen gearbeitet.
Jetzt ist alles fertig, weiter geht’s, die Heimat ruft! Danke an jeden, der sich wie auch immer eingebracht hat!

Dreiländertag: Nachdem ich es gestern nach der Reparatur noch bis an die Krka Schlucht geschafft hatte, ging es heute weiter durch Kroatien. Wegen der starken Bora (Sturm) war die Autobahn hoch aufs Velebit-Gebirge gesperrt, die Umleitung über Landstraßen war weit und fahrerisch herausfordernd, aber landschaftlich wunderschön.
In Slowenien wurde mir ganz unkompliziert die Mautbefreiung verlängert und jetzt in Österreich ist wegen des neuen Lockdown alles wie ausgestorben und die Autobahn frei. Der einzig positive Aspekt.

In Deutschland noch eine Vollsperrung umfahren, überland durch das wunderschöne Bayern.

Nach 13 Tagen wieder dankbar daheim angekommen.
Vielen Dank an jeden, der diesen Transport, auf welche Weise auch immer, unterstützt hat!

Nun konnten wir unseren alten Lkw zu einem wirklich sehr guten Preis verkaufen. Über Hamburg geht er in den Nahen Osten. Ich bin dankbar, dass der Verkauf noch vor dem Albanientransport über die Bühne ging und dass wir solch einen guten Preis erzielen konnten!

Am Freitag startet dann schon der nächste Hilfstransport mit Ziel Albanien.

Damit wir an den Grenzen gut als Hilfstransport erkannt werden ist es hilfreich, wenn der Lkw beschriftet ist.

Allerdings ist es sehr teuer, das machen zu lassen. Dafür ist uns das Geld, welches uns gespendet wird, viel zu schade. Deshalb haben wir uns selbst ans Werk gemacht und dabei wieder einiges gelernt. Uns gefällt das Ergebnis!

Morgen startet der nächste Hilfstransport in die Ukraine.

Wir haben das Ziel unserer Reise erreicht: Alle Hilfsgüter sind bei unseren Projektpartnern abgeladen und werden jetzt Stück für Stück weitergegeben.

Dominik und Marcel hatten verschiedene Abladestellen: Die Suppenküche in Calan, die Diakoniestation bei Sibiu, unser Verteilzentrum in Burgberg, die Armenhilfe bei Schäßburg. Hier konnten wir unter anderem eine große Bandschleifmaschine hinbringen, die für eine Ausbildungswerkstatt genutzt wird.

Ich selbst, Julian, kam am Samstag Abend wohlbehalten an meinem Ziel, der Kleiderkammer im bulgarischen Balkangebirge an. Am Freitag wurde mit großem Elan Lkw und Anhänger abgeladen. Auch hier ist die Freude über die Hilfsgüter groß!

Doch ich machte mir schwierige Gedanken. Den auf dem kürzestem Weg nach Hause waren 17km, später dann über 20km Rückstau an der Grenze. Ein Tag, zwei Tage Wartezeit. An dieser Grenze, Vidin Calafat, kann man durch eine App die Länge des Staus ablesen. An den anderen Grenzen nicht. Die Stauanzeige bei Google Maps hilft auch nicht, da diese stehende Lkw nicht erfasst. Aber erstmal günstig tanken gehen!

Es gibt vier Grenzübergänge, die in Frage kommen: Zwei Fähren und zwei Brücken. Die Fähren sind recht unkalkulierbar, die zweite nutzt kaum einer im internationalen Verkehr, von dem her keine Infos.

Ich entscheide mich für Russe Giurgiu. Bei starkem Regen geht es durch die Nacht. Der Plan: Vor der Grenze übernachten und morgens um 5 Uhr rüber.

Doch es kam anders. An der Grenze Grenze war nur 1!!!km Stau. Das hat mich sehr verwundert, da an der anderen Hauptgrenze doch 20km sind. Warum fahren dann so viele Fahrer in den langen Stau? Ich verstehe es nicht. Auf jeden Fall war ich um Mitternacht nach lediglich 3 Stunden wieder in Rumänien. Das ist echt super!

Der erste Parkplatz wollte 10€!!! fürs parken, bin dann noch etwas weiter und stehe jetzt am Hotel Hanul Fermierului kostenlos.

Am Dienstag haben wir uns in Österreich getroffen und sind dann gemeinsam weiter gefahren. Die Grenze nach Ungarn war problemlos; und nach einem Abendessen im Restaurant Panorama an der Autobahn trennten sich unsere Wege wieder.

Dominik konnte gestern schon die ersten beiden Projekte anfahren und dort Hilfsgüter abladen.

Ich selbst erreichte gestern Abend nach einer schönen Fahrt die Grenze nach Bulgarien. Besonders das eiserne Tor, an dem sich die Donau durch die Berge zwängt, begeistert mich immer wieder.

Diesmal war es nur ein Kilometer Stau! Joker! Innerhalb von nur einer Stunde konnte ich noch vor dem Schichtwechsel nach Bulgarien einreisen. Sie haben sogar rechts die dritte Spur aufgemacht! Es hat diesmal nur geradeso für ein Tankstelleneis gereicht.

Dafür sind es momentan Richtung Rumänien 15km Stau, mal sehen, wie ich am besten zurück fahre.

Gestern Abend habe ich dann meinen üblichen Parkplatz gleich nach der Grenze erreicht, zum Abendessen gab es in sicherer Umgebung einen legendären Shopska Salat. Nun bin ich frisch geduscht, heute Abend werde ich mein Ziel erreichen.

Gestern konnten wir die nächsten beiden Hilfstransporte starten. Dominik ist mit Marcel zusammen unterwegs nach Rumänien. Sie hatten noch einen Termin in der Werkstatt und mussten in Nürnberg noch ein paar Kartons mit Kleidung dazu laden.

Ich selber, Julian, fahre den Hilfstransport nach Bulgarien und bin gestern Abend bis nach St. Valentin in Österreich gekommen. Nach viel Regen und Nebel in Deutschland wurde das Wetter immer besser, beim Feierabend um 22:00 Uhr hatte es 18 Grad.

Hier bin ich nun mit Büroarbeiten beschäftigt und warte auf Dominik und Marcel. Gemeinsam fahren wir dann bis zur rumänischen Grenze, wo sich unsere Wege wieder trennen.

Die Lkws sind beladen und durchgecheckt, die Zollpapiere erstellt. Am Montag starten die nächsten beiden Hilfstransporte. Dominik fährt nach Rumänien, Julian nach Bulgarien. Ich wünsche ein schönes Wochenende!

Nun haben wir den Rahmen des Lkw ordentlich eingewachst, damit er nicht so stark rostet.

Ein großer Tank ist dran und am Donnerstag werden noch die Reifen gewechselt.

Parallel zu all diesen Arbeiten haben wir auch geladen, denn die nächsten Hilfstransporte stehen in den Startlöchern.

Am Montag geht es wieder los, Dominik fährt nach Rumänien, ich nach Bulgarien. Überall werden wir mit den Hilfsgütern schon erwartet.

Endlich ist es so weit, der neue Lkw ist da! Wir freuen uns total und sind sehr dankbar, dass wir diesen gebrauchten Lkw zu einem wirklich guten Preis kaufen konnten. Er hat lediglich 180 000km auf dem Tacho und ist in einem sehr guten Zustand, er war zur Inspektion immer in „unserer“ Mercedes Werkstatt. Er wird den Lkw von Dominik ersetzen, der schon über 800 000km drauf hat und bei dem einige größere Reparaturen demnächst anstehen. Für uns ist es ein Wunder und der perfekt passende Lkw.

Nun sind wir dabei, den Lkw für die Hilfstransporte vorzubereiten: Ein größerer Tank ist schon angebaut, die Räder müssen noch gewechselt werden, der Rahmen gegen Rost konserviert, der Lkw beschriftet, damit er als Hilfstransport erkannt wird und noch einige andere Dinge sind zu tun. Vieles davon können wir selbst umsetzen.