…Sonnenuntergang auf den Karpaten.

Auf den Karpaten erlebte ich einen herrlichen Sonnenuntergang, die Straßen waren weitgehend schneefrei. Jenseits der Karpaten suchte ich mir dann gegen 21 Uhr einen Schlafplatz. 1. Versuch: Parkplatz kostet 8 Euro, aber das ist gleichzeitig ein Gutschein für ein Abendessen. Super! Lkw ordentlich geparkt, Vorhänge zu und mich auf ein gutes Essen gefreut. Drin erfahre ich dann, dass die Küche schon zu hat. Also weiter zum nächsten Rasthof. Parken gratis, Restaurant offen, dafür Essen, sagen wir mal, Geschmackssache. Immerhin hat der Ort einen schönen Namen: Gura Humorului.

…kurze Pause unterwegs.

…2 PS.

Am nächsten Morgen gings weiter. Der Schnee wurde immer mehr, man sah, dass viele Straßen von den Schneeverwehungen nur eingeschränkt befahrbar waren. Aber ich kam gut durch und hatte meinen Spaß. Kurz vor zwei war ich dann an der Grenze nach Moldawien. Die Waage war eingeschneit, und auch sonst lief alles sehr gut. Schon nach zwei Stunden war ich durch. Noch etwas günstigen Sprit tanken und dann ging es auf verschneiten Straßen bis nach Chişinău, welches ich am Abend erreichte.

…nach der Grenze in Moldawien. Rund 100km solche Strassenverhältnisse bis zum Ziel.

Am nächsten Morgen gings dann auf den Zollhof.  Dort herrschte totales Chaos. Der Schnee war nicht geräumt, sondern festgefahren. Der Platz abschüssig, die Zufahrt bergauf. Ich bekam einen guten Platz zugewiesen. (Gut bedeutet: Fester Untergrund unter dem Schnee, eben, und relativ wenig Schnee) Ein Mitarbeiter der Gemeinde machte meine Zollpapiere und ich hatte viel Zeit. Jeder zweite Lkw, der auf den Platz kam oder vom Platz fahren wollte, blieb stecken. Ich brachte zig Eimer Sand, um denen zu helfen. Dabei fragte ich mich, warum hat eigentlich ein moldawischer Lkw Fahrer keinen Eimer dabei? Mit Tüten und den bloßen Händen holten sie sich den Sand vom recht weit entfernten Haufen…

…Warten….

Abends erfuhr ich dann, dass die Papiere heute nicht mehr fertig werden. Ich blieb beim Lkw, fand auch noch eine passable Toilette und bekam eine Einladung. In einem Lkw saßen schon sechs Männer, als ich vorbeilief, öffnete sich die Tür, ich soll doch mit ihnen Schnaps trinken. Ich erklärte ihnen „Don’t drink and drive“, aber das wollten sie nicht verstehen…

Am nächsten Nachmittag, nach rund 31 Stunden, war dann alles fertig: Die Ladung kontrolliert und alle Stempel an ihrem Platz. Wir fuhren zum Lager und es ging ans Ausladen. Die Freude war wieder groß.

…fleissige Helfer beim Abladen.

Während wir noch ausluden, kam der Leiter eines Altenheims, um Hilfsgüter abzuholen. Er berichtete von schockierenden Umständen, in denen die Menschen leben. So erzählte er zum Beispiel vom einem älteren Ehepaar, welches sie in ihrer ungeheizten Hütte besuchten. Ungeheizt deshalb, weil es im Monat umgerechnete 50 Dollar Rente gibt, Brennholz pro Meter aber genauso viel kostet. Sie hatten kein Holz, kein Essen. Das Bett war kaputt, die Bettdecke ein Lumpen. Hier konnte z.B. mit unseren Hilfsgütern geholfen werden. Und so erzählte er noch viele andere Erlebnisse. Es ist schockierend zu hören, in welchen schlimmen Umständen die Menschen leben, oder vegetieren müssen.

…und schon werden Hilfsgüter abgeholt und zu den Bedürftigen gebracht.

Da konnte ich dann auch den Frust, 31 Stunden am Zoll zu sitzen, hinter mir lassen. Ich  konnte, wenn ich wollte, im warmen Lkw sitzen. Die Menschen dort, haben zum Teil nicht mal die Möglichkeit, zu heizen!

Wir dürfen so dankbar sein, dass wir im Westen, mit all seinen Segnungen, leben dürfen!