Herbst-Hilfstransport nach Moldawien

4127 km, 18000 Kilogramm Hilfsgüter, 520 PS, 2 Zollplomben. Nach dem Besuch beim Zollamt Horb geht es direkt auf die Strecke. Bei schönem Herbstwetter fahre ich durch Österreichern und Ungarn. Abends erreiche ich die rumänische Grenze, hier hat es einen langen Rückstau. Fast 4 km stehen die Lkws. Wie in alten Zeiten, als Rumänien noch nicht in der EU war. Zum Glück ging es relativ zügig vorwärts und nach zwei Stunden war ich schon an der Grenze. Waage, Kontrolle von CMR und Pass, und schon fertig.

…lange Wartezeit innerhalb der EU an der Grenze nach Rumänien

…herrliche Fahrt durch die Karpaten

Ich fuhr noch ein paar Kilometer bis zu einem Rasthof, wo ich dann die Nacht verbrachte. Am nächsten Morgen geht’s bei schönen Wetter weiter: Cluj, Dej, Bistrita und dann hoch in Karpaten. Herrliche Sicht. Jenseits der Karpaten wird’s neblig, oder besser rauchig. Kartoffelernte. In der Dämmerung sieht es richtig schön aus: Überall auf den Feldern brennen die Feuer, in denen das Kraut verbrannt wird. Zahlreiche Pferdewagen, beladen mit Kartoffeln, sind unterwegs. Bald bin ich an meinem Tagesziel, es ist schon dunkel. Ich freu mich auf einen schönen beleuchteten Parkplatz und ein Essen im Restaurant. Doch was ist das? Ein Erdhaufen versperrt für Lkws die Zufahrt. Schade. Weiter geht’s. Obwohl ich bei Dunkelheit hier gar nicht gerne fahre. Die Straßen werden schmäler und schlechter. Endlich finde ich einen Parkplatz an einem Restaurant. Dunkel und laut, immerhin steht noch ein anderer Lkw da.

…der unheimliche Parkplatz

Am nächsten Tag erreiche ich die moldawische Grenze, hier ist wenig los, die Beamten arbeiten gut, und so überquere ich die Grenze in guter Zeit. Bis Chisinau sind es noch zwei Stunden, bei einbrechender Dunkelheit erreiche ich die Hauptstadt und finde auf Anhieb den Zollhof Botanica.

…Ankunft am Zollhof

Am nächsten Tag dann das übliche: Banges Warten. Wird alles gut gehen? Wird bei der „Physischen“ Kontrolle nichts beanstandet? Andrei, der mir die Papiere macht, berichtet von schlechter Stimmung im Zoll. Das Zollamt soll evtl. geschlossen werden, eine Kommission ist da, die Kontrolle wird schwierig… Während ich im Lkw warte, geht er von Büro zu Büro…

Meine Wartezeit wird durch die Ankunft zweier Holländer aufgelockert. Sie haben auch einen Lkw mit Hilfsgütern. Wir unterhalten uns und so vergeht die Zeit. Das Motto der Holländer: Je schneller man fährt, desto besser. Denn dann fliegt man über die Löcher! J

Am Nachmittag kommt dann Andrei mit den Zöllnern, die Kontroller der Ladung verläuft gut. An dieser Stelle ein dickes Lob an unsere „Packfrauen“, die die Kleider alle sortieren. Es wurde nichts beanstandet! Ich bin von Herzen froh, dass sie so ordentlich sortieren! Was wäre, wenn auch nur eine Babystrampelhose gefunden würde? In Moldawien darf man keine Kleider für Kinder unter drei Jahren als Hilfsgüter mitbringen. Da kann der ganze Lkw zurückgeschickt werden!

Beim Abladen sind die Jungs dann wieder mit vollem Einsatz dabei. Ich lade in Moldawien immer im Lager des Gemeindebundes ab. Das ist super organisiert. Aus dem ganzen Land kommen in den nächsten Tagen Kleinbusse und holen sich ihren Teil der Hilfsgüter ab. So werden die Suppenküchen, Altenheime, Kinderheime und all die anderen sozialen Einrichtung, die sich um die Menschen in Not kümmern, mit unseren Hilfsgütern versorgt. Am frühen Abend sind sie fertig mit Abladen, doch ich beschließe, erst am nächsten Morgen die Heimreise anzutreten.

…Danke für euer fleissiges Abladen, Jungs!

Diesmal verlasse ich die Stadt ohne die sonst obligatorische „Polizisten-Anhauch-Alkohol-Kontrolle“. Am Vormittag erreiche ich die Grenze, vollgetankt natürlich. Direkt nach mir kommen die Holländer an. Sie haben mehr Glück, sie werden an den Schalter 8, ich an den Schalter 9 geschickt. Und siehe da, sie sind fast ne Stunde vor mir fertig. Über die Siret geht’s dann auf die rumänische Seite. Passkontrolle. Problem. Ich darf nicht einreisen. Vor zwei Jahren hätte ich eine Strafe wegen Überladung nicht bezahlt… Aber die hatte ich bezahlt. Nach langer Diskussion durfte ich dann zum Glück ausnahmsweise doch einreisen. Jetzt muss ich mal sehen, wie ich das für die Zukunft löse. Wenn sich da jemand auskennt, darf er sich gerne melden!

…auf der Heimreise.

Bei schönem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen geht es nun wieder gen Westen, über die schönen Karpaten, durch die ungarische Pusta nach Österreich und endlich nach Hause. Wieder mal bin ich von Herzen froh für alle Bewahrung unterwegs.

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