Seit dem vergangen Jahr ist es sehr schwierig geworden, Hilfsgüter in der Ukraine durch den Zoll zu kriegen. Die neue Regierung ist Pro-russisch, ob es daran liegt? Unzählige Lkw-Ladungen mit Hilfsgütern von verschiedensten Organisationen warten in der ganzen Ukraine darauf, endlich freigegeben zu werden.

Trotzdem haben wir wieder einen Hilfstransport in die Ukraine gestartet. Geladen haben wir Krankenhausbetten, Rollstühle und medizinische Hilfsmittel in Frankreich. Wegen der Zollproblematik diesmal keinerlei Lebensmittel, Kleidung oder ähnliches. Ziel ist ein staatliches Krankenhaus in Ternopil, das gut mit unserem Dorfkrankenhaus zusammenarbeitet.

…unser Ziel in der Ukraine, das Krankenhaus von Ternopil

Gemeinsam mit Florian, der mir für einen Monat hilft, machten wir uns auf die Reise. Zuerst beim Zollamt in Horb den Lkw verplomben, dann ab in den Osten. Über Dresden, Wroclaw und Radom kamen wir nach knapp drei Tagen an die gefürchtete ukrainische Grenze. Am verhältnismäßig kurzen Rückstau kann ich problemlos vorbeifahren, die Abfertigung auf polnischer Seite geht recht zügig. Vor der ukrainischen Waage warten wir dann eine Stunde, dann Pass- und Papierkontrolle. Alles soweit ok. Nun heißt es Lkw parken und ins Zollgebäude, Stempel sammeln. Der Parkplatz ist erfreulich leer. Erste Station: SMAP. Strassenbehörde. Ja wo ist sie denn? An dem Büro, wo die entsprechenden Beamten immer saßen, steht was anderes. Ich frage einen Fahrer, und erschließe aus seiner Antwort, dass es die nicht mehr gibt! Ja klasse! Was hab ich mit den Jungs schon Terz gehabt! Also geh ich zum Zoll, der verweist mich zur Spedition. Die beiden Männer der Spedition machen in einer guten Stunde alle Papiere fertig und reichen sie beim Zoll ein. Und sage und schreibe vier! Stunden nach betreten der Grenze sind wir schon fertig! Das gab’s schon lange nicht mehr! Ein gemütliches Abendessen im Führerhaus und ein gute Nacht auf dem Parkplatz nach der Grenze folgte.

…herrliche Strassen ;-)

…beim Fliegerdenkmal

Am nächsten Tag ging es dann auf die berühmt berüchtigt äußerst schlechte Straße Lvov-Ternopil. Zum Teil wurden wir selbst mit Schrittgeschwindigkeit arg durchgeschüttelt. Am frühen Nachmittag waren wir dann im Zoll von Ternopil, hier wurden die Papiere in Windeseile fertig gemacht. Und schon fuhren wir quer durch Ternopil ans städtische Krankenhaus. Im engen Hof musste ich ganz schön rangieren. Als dann noch eine Leiche vorbeigeschoben wurde, dachte ich, jetzt ist alles zu spät…

…im Krankenhaushof

Bei Abladen packten 20 Mann mit an, währenddessen wurde uns ukrainisches Krankenhausessen gereicht. Der Blick in die Küche schockierte uns, ich wollte gar nicht mehr von dem Krankenhaus sehen. Und mich vor allem mit nichts anstecken…

…die Köchin in Aktion

Am frühen Abend war der Lkw leer, das Lager voll und die Verantwortlichen bedankten sich bei uns von Herzen für die Betten und all die anderen wertvollen Dinge.

…beim Abladen

Auf der Heimreise machten wir noch einen kurzen Besuch im Jugendhaus in Uschgorod. Am Samstag dann über eine recht leere Grenze. Auch hier wurde wieder alles neu organisiert, man kann sogar sagen, verbessert! Ich muss jetzt zum Beispiel nicht mehr für meine nicht vorhandene Ladung (der Lkw ist ja leer) Stempel beim Vito- und Veterinärdoktor, und auch nicht mehr bei der Radiologie holen. Nur noch Waage, Papierkontrolle, Ladungskontrolle, Zoll, Pass. Fertig!

Über Ungarn und Österreich kamen wir dann am Montagabend wieder wohlbehalten daheim an.

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