Revisia – Kontrolle

Winterhilfe für die Ukraine

Vollbeladen starte ich am Montagmorgen gen Osten. Die erste Etappe führte mich auf freien Straßen bis Dresden, hier übernachtete ich bei Bekannten. Weiter nach Polen. Starker Schneefall bis Breslau, danach klart es auf. Am Mittwoch komme ich dann ohne Probleme an die polnisch-ukrainische Grenze. Dort gefiel es mir so gut, dass ich ne ganze Weile dort blieb:

Grenze Korczcowa – Kracowec 13.02.13

15:45     Ankunft Grenze, an ca. 1km Lkw Schlange vor der Grenze. Ich konnte problemlos vorbeifahren

15:55     An roter Ampel gehalten, Papiere dem Vorposten gezeigt, darf passieren, in Schlange eingereiht

16:58     weiter geht’s, Lkw-länge um Lkw-länge, durch einen Scanner, bis ich um

17:24     an der Waage bin.

17:30     Nach der Waage geht die Schlange weiter, es gibt jedoch Platz, um vorzufahren. Ich frage den Waagemann, er telefoniert und  lässt mich vorfahren. Vorne am Zollbereich, noch vor der Halle, warte ich. Eine Polizistin kommt und holt meinen Pass zur Kontrolle.

17:53     Einfahrt in Zollbereich, ich bekomme die Spur 2 zugewiesen. Vor mir steht ein Lkw. Ich gehe ins Zoll-Kabuff, muss warten bis der Schichtwechsel rum ist.

18:34     Anstehen. Als ich drankomme, stellt die Zöllnerin fest, dass der deutsche Zoll etwas vergessen hat, auszufüllen. „Problem!“ Ich antworte: „Probleme sind zum Lösen da!“ Nach einer Weile bekomme ich ein dickes Buch „Revisia“ und meine Papiere und soll zum anderen Schalter, wo der Chef sitzt. Alle anderen Fahrer machen mir Platz, als sie das Buch sehen… J Der Zöllner kontrolliert mit mir die Ladung und macht eine neue Plombe dran, trägt das alles ins dicke Buch ein und dann kann ich wieder zur Dame und dort meine Papiere fertig machen lassen.

19:52     Wieder im Lkw, Plombe ist jetzt polnisch, Rückstau von ukrainischer Seite her. Es geht nur sehr zäh vorwärts.

…Warten vor der Waage…

20:57 Ukrainischer Vorposten gibt mir den Laufzettel, es folgt ukrainische Waage. Dann Passkontrolle. Ich parke den Lkw und stürze mich ins Getümmel. Der Zollchef erklärt mir, „Zimmer 8!“ Dort werde ich zum Zimmer 15 geschickt, in dem eine junge Frau sitzt. Vom Alter her ist sie gerade mit der Ausbildung fertig, und entsprechend langsam ist sie auch bei der Arbeit… Ich melde mich für ne Stunde ab, esse im Führerhaus Abend. Komme wieder, lese bei ihr im Büro Karl May, bis wir endlich um

0:49 mit allem fertig sind und ich die Grenze verlassen kann.

Gleich nach der Grenze übernachte ich an einer hell beleuchteten Tankstelle, WOK. Am nächsten Tag geht’s auf katastrophalen Straßen nach Ternopil. Straßen ist eigentlich geschmeichelt. Wenn man nach Kompass über den Acker fahren würde, wäre es wohl kein Unterschied.

…es gibt in der Ukraine zweierlei Schlaglochschilder. Bedeutet das nirgends mehr Asphalt?


Pünktlich erreiche ich den Zoll in Ternopil und treffe dort Natalia, Olga und Orest von unserem Krankenhaus. Sie machen die Papiere, um am späten Nachmittag fahren wir zum Dorfkrankenhaus Ilawtse raus aufs Land. Ein Zöllner ist dabei.

Bei der Einfahrt zum Krankenhaus, rückwärts um zwei rechte Ecken, habe ich ziemlich Probleme. Der Schneebedeckte Weg hat tiefe Furchen, und egal wie ich lenke, die Vorderachse bleibt in der Furche… Aber etwas Sand hilft und wir können uns ans Abladen machen.

…Impressionen aus Ilawtse


Karton für Karton, jeder wird vom Zöllner genau kontrolliert, leert sich der Lkw. Ich glaube, wir waren erst um 11 Uhr nachts fertig…

Neben Kleidung, Schuhen und Waschmittel hatte ich viele Krankenhausartikel dabei, Verbandsmaterial, Inkontinenzartikel… Die Freude über die Hilfsgüter war sehr groß, doch leider kommt erst mal eine Plombe ans Lager, bis alle Papiere fertig sind…

…das Abladen braucht ewig…

Auf der Rückreise besuche ich noch das Jugendhaus. Die Jungs freuen sich voll, und fragen, wann denn die Gruppe vom Silvestereinsatz wieder kommt. Slawik berichtet, dass die Güter immer noch im Lager sind und er immer noch auf die Genehmigung wartet. Man hat den Eindruck, dass die Regierung Hilfsgütertransporte immer schwieriger machen möchte.

Die Grenze Ukraine/Ungarn überquere ich Problemlos, mit einem vollen tank billigen ukrainischen Diesel und einem dreckigen Lkw. Über Ungarn und Österreich komme ich dann am Sonntag wieder gesund daheim an.

…von den ukrainischen Strassen gezeichnet.

Ein herzliches Dankeschön an jeden, der mit seiner Spenden diesen Hilfstransport ermöglicht hat!

…auf der Heimreise durch Ungarn.

Weitere Bilder vom Hilfstransport: [aio_button align=“none“ animation=“none“ color=“gray“ size=“small“ icon=“none“ text=“Bilder“ url=“https://www.dhhn.de/blog/bilder-videos/bilder-vom-hilfstransport-ukraine-022013/“]