Gemeinsam mit meiner Schwester machte ich mich erneut auf die lange Fahrt in den Osten. Gut gelaunt und ohne Sorgen, da auch Bulgarien in der EU ist und wir so keine Probleme am Zoll haben werden.

Durch Bayern nach Österreich, einmal quer durch Wien am Schloss Schönbrunn vorbei über Nickelsdorf nach Ungarn. Hier bezahlte ich, wie ich heute weiß, zum letzten Mal gute 100€ an Hu-go Maut für die einfache Durchfahrt durch Ungarn. Nun haben wir einen Weg gefunden, unsere Hilfstransporte von der Maut in Ungarn befreien zu lassen. Dafür bin ich von Herzen dankbar!

Die zweite Nacht verbrachten wir auf einem türkischen Parkplatz direkt nach der rumänischen Grenze. Am nächsten Morgen gings weiter, gen Süden: Ich probierte eine neue Route aus. Timişoara und dann runter zur Donau. Auf rechten guten Straßen kamen wir voran. Am Eisernen Tor, einer der imposantesten Taldurchbrüche Europas, zwängt sich die Donau zwischen den Bergen durch. Hier machen wir eine Pause. Heute fließt die Donau hier ganz ruhig, da sie aufgestaut ist und die Schiffe per Schleuse den Höhenunterschied überwinden. Früher war hier quasi Wildwasser…

An der Ausfahrt sehe ich die Lkw Richtung Ungarn stehen, zum Glück müssen wir rechts abbiegen!

An der Ausfahrt sehe ich die Lkw Richtung Ungarn stehen, zum Glück müssen wir rechts abbiegen!

Weiter geht’s zur Grenze „Vidin-Calafat“. Früher gab es hier nur eine Fähre, seit einem Jahr gibt es hier die zweite Donaubrücke zwischen Rumänien und Bulgarien. Deshalb habe ich immer noch den Spruch im Kopf: „Vidin-Calafat, Kopf ab!“ So wurde mir früher erzählt, anscheinend ging es hier heiss her. Die neue Brücke ist hervorragend, doch danach geht’s in die Pampa. Auf schmalsten Straßen, bergauf und ab und mit vielen Polizeikontrollen arbeiteten wir uns im stellenweise dichten Nebel wieder in Richtung Osten vor. Kurz vor Sofia übernachteten wir an einer Tankstelle, die sogar eine Dusche hatte. Leider jedoch keine Stuhl oder Kleiderhaken. Deshalb legte ich meine Kleider ins trockene Waschbecken. Allerdings wurde der Wasserhahn per Sensor gesteuert…

Am Ziel!

Am Ziel!

Am nächsten Mittag kamen wir am Ziel, unserer Kleiderkammer, an. Hier war die Freude über unsere Lieferung wieder groß. Denn warme Jacken und Decken sind nun sehr gefragt. Stefan, der Leiter der Kleiderkammer, bedankte sich von Herzen.

Am nächsten Mittag war der Lkw dann leer und wir besuchten noch Peter. Er macht eine hervorragende Arbeit: Zusammen mit ein paar Helfern nehmen sie über die Wintermonate Obdachlose auf. Immer wieder stoßen sie dabei auf unglaubliche Ungerechtigkeiten: So wurde zum Beispiel einer Frau, welche nicht lesen kann, gesagt: „Unterschreib das Papier und du bekommst 10 Euro“. Nun hat sie hunderttausende Euro Schulden, sie hat quasi unterschrieben, dass sie die Schulden übernimmt. Es ist echt schlimm, was für Geschichten wir da hören. Doch wir freuen uns sehr, wie Peter sich für diese Menschen einsetzt und lassen ihm noch eine kleine finanzielle Unterstützung da.

Erweiterung der Armenunterkunft

Erweiterung der Armenunterkunft

Am späten Nachmittag geht’s weiter, die Grenze nach Rumänien überqueren wir problemlos, wenn man von der Geduldsprobe absieht. Kurz vor Bukarest übernachten wir an einer schönen Agip-Tankstelle. Morgens um 4, wir sind gerade im Tiefschlaf, klopft es an der Kabine. Ich probiere, es zu ignorieren. Doch das Klopfen wird zum Schlagen. Aber mir fällt gleich wieder ein, was es ist: Ein selbsternannter Wächter, der Geld für das Parken haben möchte. Nachdem das Ignorieren nichts mehr bringt, stehe ich auf, öffne das Fenster, und sage ihm auf Deutsch: „Wenn du noch einmal an meinen Lkw schlägst, hol ich die Polizei!“ Und, weg war er…, aber ich konnte nicht mehr einschlafen.

Am nächsten Tag besuchten wir bei Braşov noch liebe Freunde von mir, die hier bei den Fackelträgern arbeiten. Hier hatten wir einen schönen Nachmittag und am nächsten Morgen gings gleich weiter gen Westen. Mittagessen mit Bernd, dem Leiter unseres landwirtschaftlichen Projekts in Rumänien. Hier entschied sich meine Schwester spontan, der Familie für zwei Wochen zu helfen. So fuhr ich alleine weiter.

An der Grenze nach Ungarn, die ich abends erreichte, war langer Stau. Ich fuhr an ihm vorbei und übernachtete dann unmittelbar vor der Grenze auf einem bewachten Parkplatz.

Am nächsten Morgen gab’s dann auf nüchternen Magen Ärger. (Ich wollte eigentlich in der Wartezeit im Zollhof frühstücken). Ich hätte keine Vignette! Meine Antwort: Das ist mir klar, die kaufe ich auch gerne noch, aber ich habe ja quasi in Sichtweite der Kontrolle übernachtet und es gab keine Möglichkeit, eine zu kaufen. Lange Diskussion, ich kaufte eine Vignette bei der Tankstelle, die nach der Kontrolle kommt, weitere Diskussion, ich zeigte meine Tachoscheibe, dass ich nur ein paar hundert Meter gefahren bin, und endlich darf ich weiter. Manchmal ist es einfach nur lästig…

Die weitere Heimreise durch Ungarn und Österreich war bei schönem Wetter völlig ohne Probleme…

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