…unterwegs in Ungarn, kurz vor der rumänischen Grenze

Beim letzten Hilfstransport des Jahres kam ich mir vor wie der Weihnachtsmann: Hinter mir im Lkw waren mehrere Tausend Geschenkpakete der Aktion „Strahlende Augen“. Ziel war Rumänien, an insgesamt sieben Abladestellen verteilte ich die Ladung.

Bei recht gutem Wetter kam ich in zwei Tagen nach Rumänien. Unterwegs lag ab und zu Schnee, aber die Straßen waren frei. Erste Abladestelle: Eine Zigeunergemeinde in Arad. Hier kommt Ende Dezember eine große Gruppe Pfadfinder aus Deutschland und verteilt die Pakete in den Armenvierteln. Weiter gings am gleichen Tag zur Suppenküche in Calan. In der Dunkelheit luden wir noch ab. Die Arme wurden immer schwerer, doch die Mundwinkel gingen immer weiter nach oben.

…beim Abladen für die Suppenküche Calan

Abends telefonierte ich mit Roland, einem befreundeten Fernfahrer. Er berichtete mir, dass auf der Strecke nach Sibiu demonstriert würde. Im Januar will Rumänien die Treibstoffpreise um 7 Cent pro Liter erhöhen. Dann wäre der Diesel teurer als bei uns! Die armen Menschen… Lkw-Fahrer protestierten und legten den Verkehr lahm. Roland brauchte für 20km fünf Stunden.

Deshalb fuhr ich am nächsten Morgen einen Umweg über Petrosani. Landschaftlich sehr schön, das Schilt-Tal führt in engen Windungen durch die Karpaten in den Süden. Übrigens, mein erster eigener Hilfstransport führte mich vor ca. 20 Jahren nach Petrosani. Da kamen viele Erinnerungen hoch.

…Petrosani

…herrliche Berge!

Gegen Abend erreichte ich die nächste Stelle in der Nähe von Piteşti. Hier wurde mit vereinten Kräften abgeladen, direkt in Transporter. Die Ladung wurde auf drei Orte aufgeteilt, auch hier wird ein Einsatz stattfinden. Ich fuhr dann noch ein Stück und übernachtete bei „Hans“. Früher, als noch viele deutsche, österreichische und holländische Lkw-Fahrer unterwegs waren, war das der Treffpunkt. Heute bin ich meist der einzige „Wessi“.

…abendliches Abladen bei Pitesti

Nächstes Ziel unser Verteilzentrum in Burgberg. Auch hier war die Freude über die Güter wieder groß. Noch während ich da war kamen die Menschen und baten um Unterstützung. Ich bin froh, dass Susanne und Tenni das Lager so gut verwalten und den Überblick haben, wer wirklich Hilfe braucht und wer nur bettelt.

…in Burgberg

Am Abend kam ich noch zu unserem Kinderheim in Bazna. Hier gibt es gute Nachrichten! George hat nochmal geheiratet! Seine Frau, Luminitza, kommt sehr gut mit den Kindern klar, spricht auch Englisch und ist sehr fröhlich. Ich habe mich sehr für George gefreut, denn nach dem Tod seiner ersten Frau war es für Ihn sehr schwer.

…Familie Boancas in Bazna

Weiter gings nach Cluj, hier war sogar ein Gabelstapler zum Abladen da, so war der Anhänger ruck zuck leer. Auch hier wird eine Pfadfindergruppe aus Deutschland die Pakete verteilen. Letztes Ziel war dann Baia Mare. Hier hatte es viel Schnee. So mussten wir am Straßenrand in einen Sprinter umladen und die Güter damit in den Lagerraum bringen. Hier unterstützen wir auch eine Suppenküche für arme Kinder.

…letzte Station: Baia Mare

Auf freien Straßen kam ich dann ohne Zwischenfall wieder wohlbehalten zu Hause an. Überall erlebte ich Freude und Dankbarkeit. Tausende Kinder dürfen sich jetzt auf ein Weihnachtsfest mit einem Geschenk freuen. Für viele das erste Weihnachten mit Geschenk! Und gleichzeitig konnte ich die verschiedenen Stationen mit Lebensmitteln versorgen, so haben die Suppenküchen usw. auch wieder einen Vorrat.

Herzlichen Dank für alle Unterstützung bei unserer Arbeit!

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