Weihnachts-Hilfstransport nach Rumänien – schwieriger Start, gutes Ende!

Montagmorgen, meine Frau bringt mich zum Lkw. Ich möchte den Motor starten, doch er macht keinen Mucks. Batterie tot. Da der Lkw 24 Volt hat, kann man nicht einfach überbrücken. Ich hänge an die eine Batterie das Ladegerät, an die andere die Autobatterie. Nach einer knappen Stunde krieg ich den Lkw endlich an…

Ich habe ein kurzes Video zum Transport gemacht:

httpvh://vimeo.com/55524229

Über Stuttgart und Nürnberg geht es nach Tschechien. Ein Stück nach Prag übernachte ich bei leicht einsetzendem Schneefall auf der böhmisch mährischen Höhe. Am nächsten Morgen geht es nach Vyskov. Hier lade ich 500 Geschenkpakete der Aktion Strahlende Augen ab. Nach Weihnachten wird eine Gruppe junger Pfadfinder aus Deutschland kommen und die Pakete verteilen.

…500 Pakete sind in Vyskov abgeladen.

Bei kräftigem Schneefall geht es weiter, über schmale Landstraßen in Richtung Süden. Ich bin froh, dass wir einen Hängerzug haben, die Steigungen sind gar kein Problem. An der Grenze zur Slowakei Vignette kaufen, und weiter geht’s nach Ungarn. Hier sind die Straßen frei und am nächsten Tag erreiche ich die rumänische Grenze. Obwohl Rumänien Schengenland ist und nur die Pässe kontrolliert werden, hat es zwei Kilometer Lkw-Rückstau! (Ein guter Zöllner fühlt sich wohl nur gut, wenn viele auf ihn warten J )

…unser Lkw, von den Strassen Rumäniens gezeichnet

Bei Arad ist dann Abladestelle Nummer 2: Auch hier lade ich, mit Hilfe einer Familie, 600 Geschenkpakete sowie Waschmittel ab. Nach Weihnachten wird es auch hier einen Einsatz geben. Weiter geht’s in Richtung Osten, nächstes Ziel ist die Suppenküche von Angelika bei Calan. Um 21:30 komme ich an, wir laden noch 500 Geschenkpakete ab. An diesem Abend falle ich todmüde in die Koje, ich hab 5470kg selbst Paket für Paket abgeladen…

Am nächsten Morgen geht’s weiter nach Burgberg. Hier haben wir unser Verteilzentrum und gemeinsam laden wir hier einen halben Container ab. Auch hier ist die Freude über die Hilfe aus dem Westen groß. Ein kalter Winter steht vor der Tür, viele Menschen bitten um Hilfe. Gegen Abend erreiche ich dann unser Kinderheim in Bazna, es hat mittlerweile minus 10 Grad. Mit Hilfe der Kinder laden wir zügig den Lkw ab. Beim Abendessen erfahre ich, dass es der Familie recht gut geht und freue mich an den fröhlichen Kindern, die inzwischen zu Teenagern werden. Eine echte Freude! Danke, dass Sie uns helfen, diesen Kindern eine Zukunft zu geben!

…beim Abladen in Burgberg

…das Denkmal vom 1. Weltkrieg auf dem Weg nach Burgberg

Am nächsten Mittag komme ich nach Cluj, hier lade ich für einen weiteren Einsatz einer Pfadfindergruppe wieder 500 Pakete ab. Gelagert werden sie in den Räumen einer ehemaligen Fabrik für Spinnerei. Ich erfahre, dass dort in Wirklichkeit zu Ceausescus Zeiten Minen hergestellt wurden…

Hier treffe ich auch Bernd, der Leiter unseres neusten Projektes und nehme für ihn ein Traktorgetriebe zur Reparatur nach Deutschland mit. Weiter geht es nach Norden, mein nächstes Ziel ist eine Suppenküche bei Baia Mare. Abends komme ich an, doch man kann mit dem Lkw nicht bis zum Gebäude fahren. Aber es steht ein Auto mit Anhänger bereit, und Fuhre für Fuhre leert sich der Lkw.

…beim Abladen in Baia Mare

Am nächsten Morgen geht es wieder gen Westen. Ich nehme die direkte Route, doch an der Grenze von Rumänien nach Ungarn stellt sich heraus, dass Lkws dort nicht passieren dürfen. (Man hätte ja ein Schild aufstellen können, aber das ist wohl zu viel verlangt) Ich drehe um und nehme den nächsten Übergang. Auf freien Straßen komme ich gut voran und übernachte nochmal bei Budapest. Am nächsten Abend holt mich dann im Westen Österreichs der Schnee ein, aber ich fahre noch bis zur deutschen Grenze und komme am nächsten Tag wohlbehalten wieder zu Hause an.

…Stau kurz vor daheim…

Ein herzliches Dankeschön an jeden, der mit seiner Gabe auch diesen Transport wieder ermöglicht hat!

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