Ein letzter Wintertransport für diese Saison, oder doch schon Frühling? Der Lkw war diesmal nicht vollgeladen. Ich musste im Norden Österreichs noch etwas für die Fackelträger abholen. Lange habe ich die Karte studiert, wie ich am besten fahre. Passau, Engelhartszell und dann nach Norden in die Pampa. Doch leider wusste die Karte nicht, dass die Brücke über die Donau nur 7,5 Tonnen hält. So musste ich mitten auf einer engen Ampelkreuzung mit viel Verkehr umdrehen. Bei jeder Rotphase konnte ich eine Autolänge zurück… Leider hat kein Autofahrer mitgedacht und hat einfach etwas Abstand gelassen…
Quer durch die Ausläufer des Bayrischen Waldes kam ich dann auf schmalen, steilen und kurvigen Straßen an die Ladestelle, im Schneetreiben machten wir den Anhänger noch voll.
Am nächsten Tag durchquerte ich Österreich und Ungarn, am dritten Tag dann Rumänien. Auf einer sehr schlechten Straße von Oradea nach Deva passierte dann etwas noch nie dagewesenes: Direkt nach einer heftigen Bodenwelle-Schlaglochkombination duschte ich. Bei voller Fahrt im Führerhaus. Ich war völlig perplex und bremste erst mal ab. Währenddessen bemerkte ich einen leckeren Apfelduft in Führerhaus, das Wasser in meinem Gesicht schmeckte auch nach Apfel. Was ist passiert? Über dem Beifahrersitz hat es ein Fach, in dem der DHHN-Metallstempel „wohnt“. Vor dem Beifahrersitz lag eine 1,5l Apfelschorle Flasche. Der Rest ist eurer Phantasie überlassen. Nach 1 Stunde putzen ging es dann weiter…
[singlepic id=328 w=600 h=370 float=] …typische Szene unterwegs in Rumänien
Bei der Suppenküche in Calan angekommen machten wir uns gleich ans Ausladen. Angelika und Matthias hatten Besuch von ihren Verwandten aus Deutschland, so ging das Abladen schnell von der Hand. Palettenweise Kindernahrung und Waschmittel, Paket für Paket abgeladen. Dringend erwarteter Nachschub für die Suppenküche.
[singlepic id=327 w=600 h=370 float=] …beim Abladen in Calan.
Nächste Station war dann unser Verteilzentrum in Burgberg. Hier wurde ich voller Freude erwartet, es gab erst mal leckeres Lamm. Beim Ausladen packten dann alle mit an: Kleider, Schuhe, Lebensmittel, Waschmittel, Bettdecken, Matratzen und noch viel mehr wurden alles von Hand ausgeladen und in der Scheune gestapelt. Doch dort bleibt es nicht lange. Familie Stefani hat Kontakte nach ganz Rumänien, überall wird den Bedürftigen dann geholfen.
[singlepic id=329 w=600 h=370 float=] …beim Abladen in Burgberg
Weiter gings zum Kinderheim Bazna. Auch hier war die Freude über die mitgebrachten Sachen groß. Langsam werden die Kinder richtig groß, sie gehen alle schon zur Schule. Es ist immer wieder eine Freude zu sehen, wie gut sie sich entwickeln. Ab Sommer werden dann schon drei Kinder auf weiterführende Schulen gehen, mit dem Bus in die nächste Stadt. Das bedeutet höhere Kosten. Wer kann uns da helfen?
Weiter gings dann zur letzten Station nach Risnov zu den Fackelträgern. In herrlicher Natur luden wir hier noch den Anhänger voll aus. Am nächsten Morgen ging es dann wieder gen Westen, problemlos kam ich nach drei Tagen wieder daheim an.
[singlepic id=330 w=600 h=370 float=] …Rumänien.
Wie schon des Öfteren konnten gab es ein paar Tage vor der Abfahrt ein Problem mit dem Lkw. Auf der Rückfahrt vom TÜV zum Lager gab die Anhängerbeleuchtung den Geist auf… In eisiger Kälte suchte ich, nach 6 Stunden fand ich den Fehler und mit Hilfe von Günther konnten wir es dann noch reparieren.
Der Hilfstransport nach Bulgarien konnte starten. Bei München wurde das Wetter immer besser, wir genossen das herrliche Alpenpanorama. In Ungarn gab es dann schon frühlingshafte Temperaturen, auch in Rumänien hatten wir herrlichen Sonnenschein bei der Fahrt durch die Karpaten.
[singlepic id=309 w=600 h=370 float=] …am eisernen Tor.
An der Grenze nach Bulgarien gab es leichten Stau, weil der Asphalt auf der Brücke erneuert wurde. Das war aber auch echt nötig! Spät abends kamen wir dann bei unserer Kleiderkammer im Balkangebirge an. Doch der Parkplatz vor dem Tor war belegt. Ein anderer Lkw stand dort und durfte wegen seiner Ruhezeit nicht wegfahren. So musste ich noch ein wenig rangieren, die Bulgaren waren ganz baff dass ich da reingekommen bin…
[singlepic id=317 w=600 h=370 float=] …die Brücke der Freundschaft wird gerichtet.
Am nächsten Tag luden wir dann mit Freude den Lkw aus, endlich wieder Nachschub für die Kleiderkammer! Es war wie im Frühling, 18 Grad Plus bei herrlichem Sonnenschein.
[singlepic id=326 w=600 h=370 float=] …die Not ist überall sichtbar.
[singlepic id=319 w=600 h=370 float=] …ein Gedenkstein in der Stadt.
Auf der Heimreise besuchten wir noch Denis und Dagmar bei den Fackelträgern und konnten bei Ihnen das Wochenende verbringen.
Über Ungarn und Österreich gings dann wieder in den eisig kalten Westen, eine Lebensmittelabholung folgte.
Wohlbehalten und ohne Probleme kamen wir dann wieder zu Hause an.
Weitere Bilder vom Hilfstransport Bulgarien: [aio_button align=“none“ animation=“none“ color=“gray“ size=“small“ icon=“none“ text=“Bilder“ url=“https://www.dhhn.de/blog/bilder-videos/bilder-vom-fruhlings-hilfstransport-nach-bulgarien/“]
Winterhilfe für die Ukraine
Vollbeladen starte ich am Montagmorgen gen Osten. Die erste Etappe führte mich auf freien Straßen bis Dresden, hier übernachtete ich bei Bekannten. Weiter nach Polen. Starker Schneefall bis Breslau, danach klart es auf. Am Mittwoch komme ich dann ohne Probleme an die polnisch-ukrainische Grenze. Dort gefiel es mir so gut, dass ich ne ganze Weile dort blieb:
Grenze Korczcowa – Kracowec 13.02.13
15:45 Ankunft Grenze, an ca. 1km Lkw Schlange vor der Grenze. Ich konnte problemlos vorbeifahren
15:55 An roter Ampel gehalten, Papiere dem Vorposten gezeigt, darf passieren, in Schlange eingereiht
16:58 weiter geht’s, Lkw-länge um Lkw-länge, durch einen Scanner, bis ich um
17:24 an der Waage bin.
17:30 Nach der Waage geht die Schlange weiter, es gibt jedoch Platz, um vorzufahren. Ich frage den Waagemann, er telefoniert und lässt mich vorfahren. Vorne am Zollbereich, noch vor der Halle, warte ich. Eine Polizistin kommt und holt meinen Pass zur Kontrolle.
17:53 Einfahrt in Zollbereich, ich bekomme die Spur 2 zugewiesen. Vor mir steht ein Lkw. Ich gehe ins Zoll-Kabuff, muss warten bis der Schichtwechsel rum ist.
18:34 Anstehen. Als ich drankomme, stellt die Zöllnerin fest, dass der deutsche Zoll etwas vergessen hat, auszufüllen. „Problem!“ Ich antworte: „Probleme sind zum Lösen da!“ Nach einer Weile bekomme ich ein dickes Buch „Revisia“ und meine Papiere und soll zum anderen Schalter, wo der Chef sitzt. Alle anderen Fahrer machen mir Platz, als sie das Buch sehen… J Der Zöllner kontrolliert mit mir die Ladung und macht eine neue Plombe dran, trägt das alles ins dicke Buch ein und dann kann ich wieder zur Dame und dort meine Papiere fertig machen lassen.
19:52 Wieder im Lkw, Plombe ist jetzt polnisch, Rückstau von ukrainischer Seite her. Es geht nur sehr zäh vorwärts.
[singlepic id=273 w=600 h=370 float=] …Warten vor der Waage…
20:57 Ukrainischer Vorposten gibt mir den Laufzettel, es folgt ukrainische Waage. Dann Passkontrolle. Ich parke den Lkw und stürze mich ins Getümmel. Der Zollchef erklärt mir, „Zimmer 8!“ Dort werde ich zum Zimmer 15 geschickt, in dem eine junge Frau sitzt. Vom Alter her ist sie gerade mit der Ausbildung fertig, und entsprechend langsam ist sie auch bei der Arbeit… Ich melde mich für ne Stunde ab, esse im Führerhaus Abend. Komme wieder, lese bei ihr im Büro Karl May, bis wir endlich um
0:49 mit allem fertig sind und ich die Grenze verlassen kann.
Gleich nach der Grenze übernachte ich an einer hell beleuchteten Tankstelle, WOK. Am nächsten Tag geht’s auf katastrophalen Straßen nach Ternopil. Straßen ist eigentlich geschmeichelt. Wenn man nach Kompass über den Acker fahren würde, wäre es wohl kein Unterschied.
[singlepic id=275 w=600 h=370 float=] …es gibt in der Ukraine zweierlei Schlaglochschilder. Bedeutet das nirgends mehr Asphalt?
[singlepic id=274 w=600 h=370 float=]
Pünktlich erreiche ich den Zoll in Ternopil und treffe dort Natalia, Olga und Orest von unserem Krankenhaus. Sie machen die Papiere, um am späten Nachmittag fahren wir zum Dorfkrankenhaus Ilawtse raus aufs Land. Ein Zöllner ist dabei.
Bei der Einfahrt zum Krankenhaus, rückwärts um zwei rechte Ecken, habe ich ziemlich Probleme. Der Schneebedeckte Weg hat tiefe Furchen, und egal wie ich lenke, die Vorderachse bleibt in der Furche… Aber etwas Sand hilft und wir können uns ans Abladen machen.
[singlepic id=277 w=600 h=370 float=] …Impressionen aus Ilawtse
[singlepic id=278 w=600 h=370 float=]
Karton für Karton, jeder wird vom Zöllner genau kontrolliert, leert sich der Lkw. Ich glaube, wir waren erst um 11 Uhr nachts fertig…
Neben Kleidung, Schuhen und Waschmittel hatte ich viele Krankenhausartikel dabei, Verbandsmaterial, Inkontinenzartikel… Die Freude über die Hilfsgüter war sehr groß, doch leider kommt erst mal eine Plombe ans Lager, bis alle Papiere fertig sind…
[singlepic id=276 w=600 h=370 float=] …das Abladen braucht ewig…
Auf der Rückreise besuche ich noch das Jugendhaus. Die Jungs freuen sich voll, und fragen, wann denn die Gruppe vom Silvestereinsatz wieder kommt. Slawik berichtet, dass die Güter immer noch im Lager sind und er immer noch auf die Genehmigung wartet. Man hat den Eindruck, dass die Regierung Hilfsgütertransporte immer schwieriger machen möchte.
Die Grenze Ukraine/Ungarn überquere ich Problemlos, mit einem vollen tank billigen ukrainischen Diesel und einem dreckigen Lkw. Über Ungarn und Österreich komme ich dann am Sonntag wieder gesund daheim an.
[singlepic id=279 w=600 h=370 float=] …von den ukrainischen Strassen gezeichnet.
Ein herzliches Dankeschön an jeden, der mit seiner Spenden diesen Hilfstransport ermöglicht hat!
[singlepic id=280 w=600 h=370 float=] …auf der Heimreise durch Ungarn.
Weitere Bilder vom Hilfstransport: [aio_button align=“none“ animation=“none“ color=“gray“ size=“small“ icon=“none“ text=“Bilder“ url=“https://www.dhhn.de/blog/bilder-videos/bilder-vom-hilfstransport-ukraine-022013/“]

